Buchmesse revisited – Nachhaltigkeitsthemen haben Konjunktur

Zusammenfassung: Nachhaltigkeitsthemen werden aktuell in vielen Sachbüchern behandelt. Wir haben eine kleine Empfehlungsliste aus den aktuellen Verlagsprogrammen zusammengestellt.

 

 

Lesen entspannt und gibt positive Impulse.

Lesen entspannt und gibt positive Impulse.

Die Frankfurter Buchmesse hat in der vergangenen Woche wieder unzählige Neuerscheinungen präsentiert. Sicher sind auch viele darunter, bei denen Du sagst: „Und dafür werden Bäume gefällt!“

 

Wir haben uns umgesehen und zehn Buchtipps zusammengestellt, die Impulse für Dein Leben geben, Diskussionen anregen oder weiterführen und auch prima für gute Freunde ein sinnvolles Geschenk abgeben.

 

Ehrengäste auf der Frankfurter Buchmesse waren in diesem Jahr übrigens Flandern und die Niederlande. Gerade unser westliches Nachbarland hat in Sachen Nachhaltigkeit einiges zu bieten. Nicht nur, dass quasi die gesamte Nation – mindestens zeitweise – umweltfreundlich auf dem Fahrrad unterwegs ist. Nachhaltigkeit ist auch ein Ziel der niederländischen Politik, das bereits seit 1989 im Nachhaltigkeitskonzept festgeschrieben ist. Der sogenannte „Nationaal Milieubeleidsplan“ wird seit dem in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft dynamisch weiterentwickelt und befindet sich derzeit in der vierten Auflage. Damit konnten die Niederlande ihre Umweltbilanz seit den achtziger Jahren stark verbessern. Damals zählten die Niederlande weltweit zu den Ländern mit der stärksten Umweltverschmutzung. Verantwortlich dafür waren die hohe Autodichte, eine entsprechende Luftverschmutzung, eine hohe Bevölkerungsdichte sowie zahlreiche Unternehmen der Schwerindustrie. Jetzt haben die Niederlande bereits einige Hürden genommen und streben weiter eine nachhaltige ökologische Modernisierung an.

 

 

Zehn heiße Buchtipps für die kalte Jahreszeit

 

1. „Die Wachstumsgesellschaft“

von Helmut Knolle:

 

Technologischer Fortschritt und Wirtschaftswachstum hatten einmal den Zweck, das Leben der Menschen zu verbessern, materiell und geistig. Mittlerweile herrscht das Primat des materiellen Reichtums, von der Wirtschaft begrüßt, denn die Umsätze in der Konsumgüterindustrie werden mit Shoppinglaune, Freizeitartikeln, Pauschalreisen und flachen Entertainment-Angeboten erzielt. Helmut Knolle beschreibt den Untergang von Bildung und geistigen Werten bei einer gleichzeitig fortschreitenden Technisierung und spürt den Schwächen der herrschenden Ökonomie nach. Eine nicht ganz einfache Lektüre, die jedoch viele philosophische Anregungen mitbringt.

 

 

2. „Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima“

von Naomi Klein

 

Nach dem durchschlagenden Erfolg von „No Logo“ war die Aktivistin Naomi Klein quasi über Nacht weltbekannt. Mit ihrem neuen Buch fordert Klein eine radikale Umgestaltung des herrschenden Wirtschaftssystems angesichts der fortschreitenden Klimakrise. Nur so lasse sich die Entwicklung aufhalten, so Klein, denn es gehe nicht allein um den CO2-Ausstoss sondern um das gesamte kapitalistische Wirtschaften. Dass der Abschied von einer Kultur des „Immer mehr“ durchaus möglich ist zeigen Beispiele aus aller Welt, die Klein aufwändig recherchiert hat und fundiert kommentiert.

 

 

3. „Ohne Auto leben“

von Bernhard Knieriem

 

Von der Theorie zur Praxis. Verkehrswissenschaftler Bernhard Knieriem liefert in seinem Handbuch nicht nur einen theoretischen Hintergrund zum Auto-freien Leben. Er gibt seinen Lesern auch handfeste praktische Tipps und konkrete Ideen mit auf den Weg. Der Autor führt die persönlichen Belastungen vor Augen, die das eigene Auto mit sich bringt, angefangen beim hohen Anschaffungspreis bis hin zur regelmäßigen Pflege, Wartung und der anstrengenden Parkplatzsuche oder den Fahrten zu Verkehrsspitzenzeiten. Angenehm: Knieriem predigt keinen aufopfernden Verzicht, sondern plädiert für mehr Komfort und Lebensqualität. Sein Motto: Ohne Auto kann ist man in vielen Fällen mobiler.

 

 

4. „Selbst denken, selbst machen, selbst versorgen“

von Markus Bogner

 

Wenn Du ganz genau wissen willst, woher Dein Essen kommt, und wie es angebaut wird, bist Du beim Markus Bogner, Bio-Bauer am Tegernsee, richtig. Unterhaltsam berichtet Bogner von seinem Selbstversorgerhof auf kleinstem Raum, gibt Handreichungen, Rezepte und Ideen. In erster Linie macht das Buch aber auch Mut, seine Ernährung selbst in die Hand zu nehmen und sich für die Produkte der Region einzusetzen. Bogners Konzept ist mittlerweile recht erfolgreich, neben seinem Hofladen bietet der leidenschaftliche Landwirt auch Kurse zum Thema Brotbacken und Saatgutziehen an.

 

 

5. „Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18“ 

von Slow Food Deutschland e.V.

Wem der Ansatz von Bogner zu viel der Subsistenzwirtschaft ist, kommt mit dem „Slow Food Genussführer“ voll auf seine Kosten. Hier erfährst Du alles über gutes Essen gemäß der Slow Food-Philosophie regional, saisonal und biologisch erzeugt. Der Genussführer stellt ausführlich fast vergessene Produkte vor, gibt eine ausführliche Warenkunde und – last but not least – stellt detailliert Slow Food-Lokale vor, übersichtlich geordnet nach Regionen. Die Restaurants decken dabei ein breites Spektrum von traditionell-einfacher, über gutbürgerliche bis hin zu modern-experimenteller Küche ab. Auch wenn hier die Unterschiede groß sind, eint alle die Idee, Nahrungsmittel ohne Zusätze und Geschmacksverstärker, handwerklich und authentisch anzubieten. Eine appetitanregende Lektüre und unentbehrlich für gutes Essen unterwegs.

 

 

6. „Besser leben ohne Plastik“

von Anneliese Bunk und Nadine Schubert

 

Freiheit für die Bücher - weg mit der Plastikfolie!

Freiheit für die Bücher – weg mit der Plastikfolie!

Wir sind täglich von einer Unmenge an Plastik umgeben, mit Folgen für unsere Gesundheit und die Umwelt. Aber ist ein Leben ohne Plastik überhaupt möglich? Ja, sagen die beiden Autorinnen. Das Nachschlagewerk „Besser leben ohne Plastik“ bietet – auch für erfahrene Plastikvermeider – vielfältige Tipps für den Alltag. Dabei muss nicht von heute auf morgen das gesamte Leben umgekrempelt werden. Mit kleine Schritten, praxiserprobten Anleitungen zum Selbermachen und Alternativen zu gängigen Plastikprodukten begleitet Dich das umfangreiche Buch in ein plastikfreies Leben und beweist, dass ein nachhaltiger Lebensstil auch – oder teilweise auch gerade – mit wenig Geld möglich ist. Konsequent: Das Buch ist auf Recyclingpapier mit mineralölfreien Farben gedruckt und wird ohne Folienversiegelung ausgeliefert.

 

7. & 8. „Denk mal! 2017“ & „Denkanstöße 2017“

 

Wenn Du es im Alltag einfach nicht schaffst, Dich mit Sachbücher zu befassen, bieten diese beiden Taschenbücher in kompakter Aufsatzform viele Anregungen, wenn Dich dann ein Thema besonders fesselt, kannst du es ja jederzeit weiter vertiefen.

 

„Denk mal! 2017“ enthält unter anderem Aufsätze von Harald Welzer, Güner Yasemin Balci und Tilmann Allert.

 

„Denkanstöße 2017“ präsentiert sich als philosophisches Lesebuch. Hier geben Autoren wie wie Ronald Reng, Thomas Darnstädt oder Bruno Jonas inspirierende Impulse zu den entscheidenden Themen der Zeit.

 

 

9. „Fair für alle!: Warum Nachhaltigkeit mehr ist als nur bio“

von Sonja Eismann und Nina Lorkowski

 

Ein interessanter Titel aus der Jugendbuchabteilung. Themen wie Gluten-freie Ernährung, Fairtrade, No-Waste liegen im Trend. Gemeinsam haben sie alle etwas mit Nachhaltigkeit zu tun. Die beiden Autorinnen führen souverän durch den Dschungel der globalen Zusammenhänge, führen unseren generellen Umgang mit unseren Ressourcen vor Augen und zeigen, welche ökologischen, ökonomischen und sozialen Faktoren unsere Zukunft bestimmen. Zu Wort kommen Experten aus Politik und Wissenschaft, aber auch Umweltaktivisten, NGOs und Blogger.

 

10. „Bienen“

von Piotr Socha und Thomas Weiler

Viele Kinderbücher bestechen durch ihre künstlerischen Illustrationen. So auch „Bienen“. Hier wird auf muntere und witzige Art und Weise ein umfassender Einblick in die Welt der Honigbienen vermittelt. Kinder lernen nicht nur das Leben im Bienenstock und das Sammeln von Honig kennen. Das Buch spricht auch die Zusammenhänge zwischen Bienen und Obsternte an. Ein schönes Buch mir großen Informationstafeln, das Kinder sicher immer wieder gerne zur Hand nehmen.

 

 

Viele Bücher regen zum Nachdenken und zum Handeln an. Du hast viele Möglichkeiten, etwas für Deine Umwelt, das globale Klima und eine gerechtete Welt zu tun. Ein Weg geht führt auch über die sprichwörtliche „Macht des Geldes“. Nutze Deine Macht, denn es liegt in Deiner Hand, wie Du Dein Geld anlegst. Wir von Klimafonds bieten nachhaltige Geldanlagen – ohne Atomkraft und fossile Energieträger, ohne Kinderarbeit, ohne Waffen und ohne anderen zerstörerischen Technologien. Wir beraten Dich gerne.

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Carmen SW300_300 Carmen Junker, Klimafonds-Expertin: Geld regiert die Welt, so heißt es immer. – Bei Klimafonds könnt Ihr mitregieren. Gut für die Umwelt, gut für Deine Finanzen. Mehr über Klimafonds findet Ihr auf Facebook, Google+ und  Twitter.