Diese 5 Fakten zum Klimawandel solltet Ihr kennen

„Es gibt eine konzertierte Aktion. Sie soll die zu Außenseitern erklären, die den Klimawandel für real und von Menschen beeinflusst halten“, sagte jüngst der damalige Senator und aktuelle US-Außenminister John Kerry laut taz.de. Alleine die amerikanische Öl- und Kohlelobby hätte bereits 2012 rund 16 Millionen US-Dollar ausgegeben, um den von Menschen verursachten Klimawandel als Hirngespinst abzutun. Grund genug für uns, Euch die 5 wichtigsten Fakten zum Klimawandel vorzustellen.

 

1. Klimamodelle sind verlässlich

2. Auch Deutschland wird durch die Erderwärmung Probleme bekommen

3. Es gibt mittlerweile einen wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel

4. Die Aussagen des Weltklimarates der Vereinten Nationen sind fundiert

5. Al Gore’s Film “Eine unbequeme Wahrheit” ist weitgehend korrekt

 

1. Klimamodelle sind verlässlich

 

Klimamodelle werden immer wieder als ungenau und unzuverlässig bezeichnet. Dabei hat sich die Verlässlichkeit inzwischen auf sehr gute Werte gesteigert, aber selbst frühere Modelle aus den 80er Jahren zeigten sich im Rückblick als sehr zuverlässig.

 

Doch was sind Klimamodelle eigentlich? Letztlich sind es sehr komplexe Algorithmen, die die Entwicklung und die Wechselwirkung zwischen Atmosphäre, Meeren, Wolken, Schnee, Eismassen und von unterschiedlichsten geologischen, biologischen und chemischen Prozessen abbilden. Als Ergebnisse kommen letztlich langfristige Temperaturentwicklungen als Projektionen heraus.

 

Seit rund einem halben Jahrhundert werden Klimamodelle entwickelt. Es entstanden im Laufe der Jahre immer ausgefeiltere Modelle. Heute werden hauptsächlich zwei Arten angewendet. Zum einen die GCM, sogenannte “Globale Zirkulationsmodelle”, primär verwendet für die Vorhersagen der nächsten Jahrzehnte und die unter Anwendung möglichst exakter Berechnungen für das Zusammenwirken der Komponenten des Klimasystems funktionieren. Zum anderen die EMIC, sogenannte “Erdsystemmodelle mittlere Komplexität”, die bewusst vereinfachen und mit denen sehr langfristige Zeitabschnitte über Jahrhunderte oder Jahrtausende abbilden lassen.

 

Grundlage aller Modelle: dreidimensionale Gitter über der Erdoberfläche

 

Grundlage aller Modelle sind dreidimensionale Gitter, die über die Erdoberfläche gelegt werden. In den Berechnungen werden dann der Austausch der einzelnen Zellen des Gittersystems mit benachbarten Zellen erstellt. Im Zuge der immer schnelleren Rechenanlagen können immer mehr physikalische Prozesse berücksichtigt werden. Dabei wurden insbesondere im Bereich der Simulation der Ozeane große Fortschritte erzielt.

 

Da jeder Forscher um die  Ungenauigkeiten seines Modells und seiner Projektionen weiß, werden meist Ergebnisse mehrerer Modelle beziehungsweise die Ergebnisse von Berechnungen mit unterschiedlichen Start-Parametern veröffentlicht. Dabei wird dann ein Spannbreite der erhaltenen Ergebnisse angegeben.

 

Wie gut die Klimamodelle tatsächlich sind, lässt sich in zwei Unterfragen aufteilen:

 

– Können Klimamodelle die Historie erfolgreich rekonstruieren?

– Können Klimamodelle die Zukunft erfolgreich projizieren?

 

Vergangenheit zeigt: Klimamodelle passgenau

 

Dabei ist die erste Frage nach der Historie sehr leicht zu beantworten. Die Ergebnisse der Modelle brauchen ja lediglich mit den tatsächlich gemessenen Temperaturen verglichen werden. Das folgende Diagramm ist IPCC 2013, WG1, Chapter 10, Figure 10-01 entnommen:

 

Vergleich_klimamodelle_ist-werte

Die schwarze Linie (“observations”) zeigt dabei die tatsächlich gemessenen Temperatur-Werte. Die feinen orangenen und bläulichen Linien zeigen unterschiedliche Simulationen, die fette rote beziehungsweise blaue Kurve zeigt den jeweiligen Mittelwert. Allen Linien gemein ist: Die Prognosen aus der Vergangenheit passten rückwirkend betrachtet sehr gut zu den später tatsächlich eingetroffenen Temperatur-Anstiegen.

 

Überprüfung von Prognosen: auch Vorhersagekraft der Modell gut

 

Doch wie sieht es mit der Aussagekraft bezüglich zukünftiger Entwicklungen aus? Kritiker an solchen Voraussagen gibt es genug, und tatsächlich gibt es einige unvorhersehbare Faktoren, wie  beispielsweise zukünftige Sonnenaktivitäten oder wie Vulkanausbrüche. Doch die Wirkungsweisen der bedeutendsten Faktoren für das das Klima sind seit langem bekannt. Das lässt sich an den bereits in den 1980er Jahren veröffentlichten Prognosen von James Hansen, USA, zeigen. Obwohl die Berechnungsmethoden damals noch bei weitem nicht so ausgereift wie die heutigen waren, zeigen sie eine erstaunliche Übereinstimmung mit den nachfolgenden, tatsächlich gemachten Beobachtungen (Vergleich Prognose / Ist-Wert):

 

vergleich-prognose-ist_werte-hansen

 

Klar erkennbar ist die enge Korrelation zwischen Scenario B (blau) und den tatsächlich gemessenen Daten an der Station (rot, Station Data). Das war die von Hansen schon bei Abgabe der Prognose als am wahrscheinlichsten zu erwartende Fall. Man kann also sehen, dass sich selbst frühe, und damit potentiell ungenaue Prognosen, als recht treffsicher herausgestellt haben.

 

Eine besondere Gelegenheit ergab sich für die Forscher 1991, als der Vulkan Pinatubo ausbrach. Nun konnten die Aussagen von Modellen hinsichtlich der Prognose von Auswirkungen von Sulfat-Aerosolen überprüft werden. Die positiven Ergebnisse: Die Modelle sagten sehr genau die ca. 0,5 °C Abkühlung voraus, die kurz auf den Ausbruch folgte. Auch die schwierig einzuschätzenden Rückkopplungseffekte von Sonneneinstrahlung und Wasserdampf wurden bestätigt.

 

Prognosen teilweise zu optimistisch

 

Ein von Klimawandel-Leugnern gerne angebrachtes Argument ist, dass die Vorhersagen die Klimaveränderungen überschätzen würden. Die Auswirkungen und der menschenverursachte Klimawandel wären gar nicht so schlimm wie vorhergesagt. In der Tat ist das in manchen Fällen richtig, allerdings ist auch das Gegenteil, also zu niedrig eingeschätzte Folgen, schon häufig vorgekommen.

 

Berühmtestes Beispiel ist die Schmelze der Polkappen und der damit verbundene Anstieg des Meers-Spiegels. Während der IPCC-Sachstandsbericht auf Basis von Modellrechnungen aus 2001 von einem Anstieg der Meeresspiegel um 2 mm jährlich ausging, war der tatsächliche Anstieg zwischen 1993 und 2010 laut exakter Satellitenmessungen 3,2 mm pro Jahr, also 60 Prozent schlimmer als prognostiziert.

 

Hier die entsprechende Grafik aus dem Bericht von Rahmstorf et. al. 2012:

 

anstieg-meeresspiegel-seit-1980

2. Auch Deutschland wird durch die Erderwärmung Probleme bekommen

 

Auch Deutschland muss sich auf weitreichende und einschneidende Folgen durch den Klimawandel einstellen. Wenn am Klimaschutz gespart wird, kosten uns die Klimawandel-Folgen in der Zukunft deutlich mehr Geld. Allerdings kann ein reiches Land wie Deutschland diese Kosten wahrscheinlich tragen.

 

Die wahrscheinlichen Folgen für Deutschland: die Winter werden wärmer, die Wetterextreme wir zum Beispiel Stürme oder heiße Sommer werden zunehmen.

 

Bereits heute ist es in Deutschland wärmer als noch vor 100 Jahren. Die Schneetage haben spürbar abgenommen und die Obstanbaugebiete berichten, dass die Bäume mittlerweile zwei bis drei Wochen früher blühen als noch 1975.

 

Klarer Aufwärtstrend in Deutschland

 

Die durchschnittliche Temperatur in Deutschland war 1901 bei 8 Grad Celcius. Hundert Jahre später, im Jahr 2001, liegt sie bereits bei 9 Grad Celcius. Das entsprechende Klimadiagramm für Deutschland zeigt den klaren Aufwärtstrend, auch wenn die einzelnen Jahre deutlich schwanken. Ein erster Schub ansteigender Temperaturen ist von 1880 bis 1935 zu erkennen, bevor dann eine Phase relativ konstanter Temperaturen bis Ende der 1980er Jahre erfolgte. Seitdem sind die Temperaturen wieder deutlich angestiegen. Hier das Diagramm vom Deutschen Wetterdienst (schwarze Linie: 30-Jahres-Mittelwert):

 

 

 

klimawandel-in-deutschland-deutscher-wetterdienst

 

 

Auch für Europa und Deutschland wurden Modellrechnungen für die zukünftige Entwicklung des Klimas erstellt. Eine der umfangreichsten wurde von der Euro-Cordex-Initiative erstellt, die aus insgesamt 27 Forscherteams besteht. Im Laufe mehrerer Jahre und Millionen von Rechenstunden auf Hochleistungscomputern konnte genauere Projektionen als je zuvor gewonnen werden.

 

Europa in 80 Jahren bis zu 5 Grad wärmer

 

Das Ergebnis lässt sich so zusammenfassen, dass bis zum Ende des 21. Jahrhunderts ein Temperaturanstieg in Europa von 1° bis 5° Celcius zu erwarten ist. Dabei gibt es regionale Unterschiede: In Südeuropa ist eine schnellere Erwärmung im Sommer zu erwarten, während in Ost- und Nordeuropa ein stärkerer Anstieg der Temperaturen im Winter zu erwarten ist.

 

Im Norden Europas werden mehr Niederschläge erwartet, in Südeuropa wird, besonders in den Sommermonaten, weniger Regen erwartet.

 

Für praktisch alle Regionen wird eine deutliche Zunahme von Starkregenfällen (Überschwemmungsgefahr) vorhergesagt, besonders in Südeuropa werden längere und stärkere Hitzewellen an der Tagesordnung stehen.

 

In Deutschland sowohl mehr Dürren als auch mehr Niederschläge

 

Für die Entwicklung in Deutschland war der trockene Sommer 2015 ein Vorbote. Die Dürreperiode (in Teilen Nordbayerns wurde über Wasserbeschränkungen nachgedacht) im Frühsommer wird ein häufiger Begleiter in Zukunft sein. Trockenere Sommer, dafür nässere Winter: das wird Deutschland in 50 Jahren sein. Dabei ist die Niederschlagshäufigkeit in Deutschland die spannendste Größe, denn durch Deutschland verläuft die Trennlinie zwischen abnehmenden Niederschlägen in Südwest-Europa und zunehmenden Niederschlägen in Nordost-Europa.

 

Wichtig wird es in den nächsten Jahrzehnten sein, Deutschland auf die unvermeidlichen Änderungen einzustellen. So sollten Dächer für höhere Schneelasten ausgelegt werden (höhere Niederschläge im Winter) und die Kanalisationen sollten größere Wassermengen in kurzer Zeit abtransportieren können (Starkregen). Die Landwirtschaft, die heute in den meisten Fällen ohne Bewässerungssystem auskommt, muss eben diese aufbauen, pflegen und warten. Land- und Forstwirtschaft müssen andere Pflanzen und Bäume anbauen, die besser mit den neuen Bedingungen zurecht kommen.

 

Wichtig: viele Anpassungen in Deutschland müssen bereits heute aktiv angegangen werden, um dem künftigen Klimawandel widerstehen zu können. Schließlich stehen zum Beispiel Bäume in deutschen Wäldern nicht selten 70 bis 100 Jahre.

 

 

3. Es gibt mittlerweile einen wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel

 

Der Mensch ist Hauptverursacher der bereits laufenden weltweitern Klimaerwärmung. Davon sind 97 Prozent der Klimawissenschaftler aus 80 Ländern überzeugt (Studie Doran siehe unten).

 

Dabei müssen Wissenschaftler Ihre Behauptungen auf die Grundlage von verifizierten Forschungsergebnissen aufbauen. Wichtiger Punkt bei der Bewertung der Werthaltigkeit einer wissenschaftlichen Studie sind dabei die Peer-Review Prozesse, also die Prüfung der Ergebnisse einer Studie durch einen anderen Wissenschaftler der gleichen Fachrichtung. Es wurde eine Auswertung der Peer-Review Prozesse mit dem Stichwort “globaler Klimawandel” (1993 bis 2003) durchgeführt und festgestellt, dass nicht einmal eine einzige Studie die Konsensmeinung bestritt, nachdem der Mensch die hauptsächliche Ursache des Klimawandels ist (mehr zur Studie auf klimafakten.de).

 

Auch andere Untersuchungen bestätigen diese Befunde. So wurden in der Untersuchung Doran / Zimmerman 2009 immerhin 3.146 Geowissenschaftler wie folgt befragt:

 

1. When compared with pre-1800s levels, do you think that mean global temperatures have generally risen, fallen, or remained relatively constant?
2. Do you think human activity is a significant contributing factor in changing mean global temperatures?

 

Das Ergebnis: 82 Prozent der Befragten meinten, dass die menschlichen Einflüsse einen wesentlichen Beitrag zur Temperaturveränderung hätten. Dabei muss unterschieden werden zwischen Geowissenschaftlern, die derzeit keine Untersuchungen zu dem Thema unternehmen und wissenschaftlich nichts damit zu tun haben und Wissenschaftlern, die aktuell Forschungsergebnisse zum Thema Klimawandel veröffentlicht haben (Experten). Die Experten stimmen zu 97 Prozent zu.

 

Eine weitere Untersuchung kam zu einem 97 Prozent Ergebnis. Die 2013 veröffentlichte Studie von Cook et al. hat alle Fachveröffentlichungen zum Klimawandel im Zeitraum 1991 bis 2011, insgesamt rund 12.000, untersucht. Das Ergebnis: die Übereinstimmung mit dem wissenschaftlichen Konsens beträgt 97 Prozent.

 

Unzählige weitere Forschungsorganisationen bestätigen den wissenschaftlichen Konsens, darunter viele aus den klimawandelkritischen Ländern der angelsächsischen Welt, wie die Geological Society of America, die American Phycial Society, die Canadian Meteorological and Oceanographic Society oder die Royal Society of the UK.

 

Natürlich gibt auch kritische Äußerungen und Ablehnungen der Konsensmeinung. Der fachfremde Mediziner Klaus-Martin Schulte untersuchte die Abhandlungen und stellte fest, er habe 32 Studien gefunden, die den Konsens ablehnten – das wären immerhin 6 Prozent. 48 Prozent hätten keinen menschengemachten Klimawandel explizit festgestellt. Bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch die irreführende Absicht heraus, denn diese 48 Prozent untersuchten bereits weitergehende Details zum Klimawandel und setzten dazu den Klimawandel einfach bereits voraus. Eine genauere Auseinandersetzung dazu ist auf skepticalscience.com zu lesen.

 

4. Die Aussagen des Weltklimarates der Vereinten Nationen sind fundiert

 

Die öffentlichen Aussagen des Weltklimarates IPCC erschüttern oft die Welt, denn die Projektionen für die Zukunft sind meist erschreckend. Das ruft Kritiker auf den Plan, die die Aussagen des IPCC anzweifeln und als übertrieben pessimistisch darstellen. Dabei ist der IPCC nur der Überbringer der Nachricht, seine Nachrichten zeigten sich in der Rückschau sogar als untertrieben.

 

Was macht der IPCC genau?

 

Wir sind im Jahre 1988. Immer mehr Berichte erscheinen und sagen einen weitgreifenen, menschengemachten Klimawandel voraus. Es wird für die Menschen und auch für die Politik immer schwieriger, die Informationen zu bündeln, auszuwerten und zu verstehen. Deshalb wird der IPCC (Intergovernmental Panel for Climate Change oder zu deutsch Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimawandel) gegründet und als wichtigste Aufgabe wird definiert, dass er den aktuellen Forschungsstand in Bezug auf den Klimawandel für den Laien verständlich aufarbeiten soll.

 

Der IPCC kommt dem primär über die wichtigen Sachstandsberichte nach, die alle 6 bis 7 Jahre den aktuellen Stand der Klimaforschung zusammenfassen. In der Zwischenzeit veröffentlicht der IPCC Spezialberichte zu einzelnen Themen.

 

Die Arbeitsweise des IPCC ist streng wissenschaftlich

 

Der IPCC wurde von Beginn an als streng wissenschaftliche Organisation initiiert, um möglichst objektiv den Stand der Klimaforschung zusammen zu fassen. Einer der wichtigen Punkte: jede verwendete Quelle wird genannt und kann bei Interesse nachgelesen und überprüft werden. Auch der Erarbeitungsprozess und selbst die Kritiken, die während der Erstellung des Berichtes aufkamen, werden im Internet genannt (Beispiel für die verwendeten Quellen und weitere Angaben des AR5).

 

Trotzdem enthält auch ein auf wissenschaftlicher Basis erstellter, offizieller Bericht des IPCC’s Fehler. Der wohl berühmteste war der Himalaya Fehler, der aufgrund eines Zitierfehlers ein vollständiges Abschmelzen des Himayala Geltschers bis 2035 für möglich hielt – wissenschaftlich nicht zu begründen. Zwar war der Fehler nur in 6 Zeilen eines Regionalabschnittes des Berichts enthalten und änderte nichts an den grundsätzlichen, wichtigen Aussagen, trotzdem entstand Kritik an der Glaubwürdigkeit des IPCC. Der Fehler wurde vom IPCC korrigiert und bedauert.

 

Insgesamt zeigt die Erfahrung jedoch, dass die Berichtes des IPCC eher konservativ ausfallen. Vergleicht man nämlich die heutige Ist-Situation mit den früheren Prognosen des IPCC’s, waren die Prognosen oftmals zu optimistisch. Hier 3 Beispiele:

 

Beispiel 1: Das arktische Meereis schmilzt stärker als vom IPCC prognostiziert

 

Das Abschmelzen des arktischen Meereises rund um den Nordpool im arktischen Sommer hatte der IPCC stark unterschätzt. Die Eisfläche lag im September 2007 bis 2009 jeweils 40 Prozent unter den Prognosen des IPCC.

 

Beispiel 2: Anstieg der Meeresspiegel

 

Hier liegt der tatsächliche Anstieg des Meeresspiegels um 70 Prozent (!) höher als vom IPCC vorausgesagt. Während das IPCC von 1,9 mm jährlichem Anstieg ausging (Sachstandsbericht 2001) stieg er tatsächlich um 3,2 mm jährlich an.

 

Beispiel 3: Kohlendioxid-Ausstoß durch Verbrennung fossiler Rohstoffe

 

Bereits im Jahr 2000 wurde vom IPCC der Sonderbericht zur Emission von Kohlendioxid veröffentlicht. Dabei wurden, basierend auf unterschiedlichen Annahmen zur Entwicklung der Bevölkerung, Wirtschaftswachstum, Nutzung Erneuerbarer Energien etc. insgesamt 40 Szenarien entwickelt.

 

Die Grafik zeigt eindeutig, dass die tatsächlichen Kohlendioxid Emissionen die meiste Zeit am ungünstigsten Szenario entlang liefen und nur durch die Weltwirtschaftskrise 2008 / 2009 zurück gingen. Danach waren Sie sehr schnell wieder oberhalb des Durchschnitts der IPC Prognosen. Hier die Grafik von skepticalscience.com (schwarze Linie: ist Werte, bunte Linien unterschiedliche Szenarien des IPCC’s):

 

 

5. Al Gore’s Film “Eine unbequeme Wahrheit” ist weitgehend korrekt

 

Der 2006 erschienene Film “Eine unbequeme Wahrheit”, oder englisch “An Inconvienent Truth”, erzählt in plastischen Worten und Bilden die Geschichte des menschengemachten Klimawandels auf Erden. Als Dokumentarfilm erwartet man dort wissenschaftlich belegbare Tatsachen, es wird jedoch von Klimakritikern immer wieder ausgesagt, dass der Film unzulässig übertrieben würde.

 

Al Gore: Ehemalige Präsidentschaftskandidat der USA ist Klimakämpfer gewordenDies führte soweit, dass ein zweifacher englischer Vater vor Gericht  zog, um die Vorführung dieses Films in englischen Schulen zu unterbinden. In der Folge wurde ein Gerichtsurteil von Richter Burton vom High Court in London gesprochen, zu dessen Urteilsfindung der Wahrheitsgehalt des Films untersucht  werden musste.

 

Wörtlich heißt es in dem Urteil vom 10. Oktober 2007:

Die Hauptaussagen des Films würden „durch eine überwältigende Menge von Forschungsergebnissen gestützt, die weltweit in anerkannten Fachjournalen und von einer großen Mehrheit aller Klimawissenschaftler veröffentlicht worden sind…Der Film basiert im Wesentlichen auf wissenschaftlicher Forschung und Fakten – auch wenn die Wissenschaft in den Händen eines talentierten Politikers und Kommunikators dazu verwendet wird, eine politische Aussage zu machen und ein politisches Programm zu unterstützen.“

 

Allerdings ist der Film an dem ein oder anderen Punkt unpräzise. So bemängelt der Richter die Passage, in der es heißt, dass der der Meeresspiegel um 6 Meter ansteigen könne. Diese Zahl sei richtig, aber es werde verschwiegen, dass dieser Anstieg über einen sehr langen Zeitraum erfolgen würde. Auch das Film-Team räumt im Nachgang Ungenauigkeiten ein: Während der Film beispielsweise behauptet, dass Einwohner einer tiefliegenden Pazifik-Insel nach Neuseeland geflüchtet wären, gab es für diese Flucht nur Planungen. Die Flucht selbst hatte noch nicht stattgefunden, wird allerdings von Wissenschaftlern als unumgänglich eingeschätzt.

 

Letztliche bemängelte Richter Burton 9 Stellen, an denen sich unkorrekte, spekulative oder übertriebene Aussagen finden würden. Aufgrund der weit überwiegenden Anzahl an wissenschaftliche belegbaren Aussagen wurde der Antrag des Klägers, diesen Film an englischen Schulen nicht mehr zu zeigen, abgelehnt.