Geld sparen– wieviel monatlich?

 

Wir werden immer wieder gefragt, wieviel Geld man monatlich zur Seite legen sollte. Besonders für junge Menschen, die das erste Mal Geld verdienen, eine interessante und gar nicht so leicht zu beantwortende Frage. Zumal die Antwort von vielen Variablen abhängt.

 

Es gibt im Wesentlichen zwei Gründe um monatlich zu sparen. Die Altersvorsorge und sonstige, kurzfristigere Ziele. Ich bespreche beide Komponenten, und die monatliche Sparsumme ergibt sich dann einfach aus der Summe dieser beiden Komponenten.

 

 

 

–> monatliche Sparrate = Ergebnis Komponente 1 plus Ergebnis Komponente 2 <–

 

 

 

Komponente 1: die Altersvorsorge

Für die allermeisten Menschen ist die Altersvorsorge ein zentrales Sparziel. Die gesetzliche Rente wird nur einen Bruchteil der benötigten Renten abdecken, da die Bevölkerung überaltert (zu wenige junge Menschen müssen für zu viele Rentner aufkommen) und die Lebenserwartung immer mehr steigt.

 

Eine genaue Berechnung kann praktisch nur ein Spezialist vornehmen, aber für die erste Näherung kann man wie folgt vorgehen.

 

Schritt 1: Welche Lücke wird wohl entstehen?

 

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem, was man im Ruhestand monatlich benötigt, und dem, was man aus gesetzlichen Renten oder anderem Vermögen erhält.

 

Zunächst muss man also abschätzen, was man wohl monatlich benötigt. Dazu kann man nach heutigem Preisniveau eine monatlich benötigte Summe, zum Beispiel 2.500 Euro, abschätzen. Diese Summe muss dann mit der Preissteigerungsrate auf das Rentenbeginnalter, zum Beispiel 67 Jahre, hochgerechnet werden.

 

Nimmt man 2 Prozent als langfristige Inflationsrate an (das ist das geldpolitische Ziel der Europäischen Zentralbank EZB), errechnet es sich wie folgt:

 

Benötigte Rente = (Rente nach heutiger Kaufkraft) * (1+Inflationsrate/100)(Renteneintrittsalter-Lebensalter)

 

In unserem Beispiel gilt für einen 27jährigen: 2.500 Euro * 1,02(67-27)= 6.340 Euro

 

Davon zieht man nun die bereits feststehenden Renten und Einkünfte ab, also zum Beispiel die Einnahmen aus der gesetzlichen Rente. Die Angabe dazu kann man dem jährlich zugesendeten Rentenbescheid entnehmen, in unserem Fall zum Beispiel 1.200 Euro.

 

Damit ergibt sich die Rentenlücke zu 6.340 Euro – 1.200 Euro = 5.140 Euro

 

Schritt 2: Wieviel Kapital benötige ich um diese Lücke zu decken?

 

Die einzige Möglichkeit um einen lebenslange Rente zu erhalten, ist eine (private) Rentenversicherung. Diese garantiert pro 10.000 Euro angespartem Kapital einen bestimmte monatliche Rente. Wieviel das ist, drückt der Rentenfaktor aus.

 

Der Rentenfaktor hängt von viele Parametern ab, unter anderem von der von der Gesellschaft erzielbaren Rendite ihrer Kapitalanlage und vom Renteneintrittsalter (je später die Rente beginnt, desto höher der Rentenfaktor).

 

Meist liegt der Renten-Faktor im Bereich um die 30 Euro, pro 10.000 Euro Vertragskapital erhält man also 30 Euro monatliche Rente. Wer also 100.000 Euro Vertragskapital hat, erhält 10 mal 30 Euro, wären 300 Euro Rente bis ans Lebensende ausgezahlt. Hinzu kommen meist noch Überschüsse, aber um auf der sicheren Seite zu bleiben, gehen wir davon aus, dass keine Überschüsse gezahlt werden würden.

 

Um also eine bestimmte Rentenlücke decken zu können, muss ich diese durch den Rentenfaktor teilen. In unserem Fall wären das 5.140 Euro geteilt durch 30 Euro = 171,33. Diesen Faktor muss man mit 10.000 Euro multiplizieren und erhält das benötigte Vertragskapital, in unserem Fall entsprechend 171,33 x 10.000 Euro = 1.713.300 Euro.

 

Schritt 3: Wie viel muss ich monatlich zu Seite legen um die Lücke zu decken?

 

Der entscheidende Punkt an dieser Stelle ist die Auswahl der richtigen Geldanlage. Ein Abschätzung über die nächsten Jahrzehnte ist natürlich ungenau, man kann aber zunächst von diesen Werten ausgehen:

Anlage-Klasse

langfristig erzielbare Rendite

unverbindlich, nach Steuern

Spareinlagen (Sparbriefe, Festgeld)

ca. 1 Prozent

Klassische Rentenversicherung

ca. 3 Prozent

Fondsgebundene Rentenversicherung

ca. 5 Prozent

Direktanlage in Investmentfonds

ca. 4,5 Prozent

 

Gehen wir vom besten Fall aus und der Anleger möchte seine Rentenlücke mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung decken, er erzielt also 5 Prozent jährliche Rendite nach Steuern.

 

Mit Finanzrechnern im Internet kann man ausrechnen, dass mit 40 Jahren Ansparzeit mit 5 Prozent Rendite eine monatliche Einzahlung von 1.150 Euro notwendig ist (dann wird ein Kapital von 1,712 Mio. Euro erreicht).

 

 

Komponente 2: Sparen auf ein bestimmtes Ziel

Neben dem wichtigen Punkt Altersvorsorge kann man das monatliche Sparen auch für bestimmte Ziele nutzen. Das kann die Ansammlung eines Finanzpuffers sein, die Ansparung für eine später zu bauende Immobilie, oder ein beliebig anderes, erstrebenswertes Ziel.

 

Die Vorgehensweise ist ähnlich zu der unter Komponente 1 beschrieben. Man muss zunächst wissen, welchen Betrag will man wann erreichen. Nehmen wir zum Beispiel an, ich möchte in 8 Jahren eine Summe von 50.000 Euro erreichen.

 

Auch dann gehe ich wieder auf die Internet-Seiten von Rechnern für finanzmathematische Funktionen. Mit den genannten Beispiel-Zahlen 8 Jahre / 50.000 Euro Zielsumme kann ich mir damit eine monatliche Sparrate von rund 450 Euro ausrechnen.

 

Interessante Faustformel

Natürlich gibt es auch Personen, die kein direktes Ansparziel vor Augen haben oder deren Rentenlücke sich nicht gut voraussehen lässt. Hier hilft meist eine interessante Faustformel weiter:

 

 

Man sollte 10 Prozent seines Netto-Gehaltes monatlich sparen. Von jeder Gehaltserhöhung verwendet man 50 Prozent für den täglichen Bedarf, mit den anderen 50 Prozent erhöht man seine Sparrate.

 

 

geld-sparen-faustformel-10-prozentSo ist die Faustformel begründet: Wer frisch zu sparen anfängt, wird nach der Formel 10 Prozent seines Netto-Gehaltes sparen (bei Selbstständigen oder Gesellschafter/Geschäftsführen gilt: Netto-Gehalt errechnen, indem man 50% des Brutto-Gehaltes verwendet). 10% ist eine kleine Summe, die jeder von seinem Gehalt einsparen kann. Die merkt man kaum, viele merken diese Summe überhaupt nicht.

 

Allerdings sind die 10% auch zu wenig, um tatsächlich größere Sparziele zu erreichen. Deshalb sollte man bei jeder Gehaltserhöhung nur 50% des netto zusätzlich erhaltenen Geldes für den täglichen Bedarf verwenden. Die verbleibenden 50% verwendet man für die monatliche Ansparung.

 

Schauen wir uns ein Beispiel eines  20jährigen Sparers nach der Faustformel an:

 

Alter des Sparers

Netto-Gehalt

Regel für Sparquote

Sparrate monatlich

Einzahlungen in diesem Jahr

Depotstand nach 4% Verzinsung

20

1.500 €

10% von Netto-Gehalt

150 €

1.800 €

1.836 €

21

1.500 €

150 €

1.800 €

3.745 €

22

1.800 €

Hälfte der Gehaltserhöhung

300 €

3.600 €

7.567 €

23

1.800 €

300 €

3.600 €

11.542 €

24

1.800 €

300 €

3.600 €

15.676 €

25

1.800 €

300 €

3.600 €

19.975 €

26

1.800 €

300 €

3.600 €

24.446 €

27

2.100 €

Hälfte der Gehaltserhöhung

450 €

5.400 €

30.931 €

28

2.100 €

450 €

5.400 €

37.677 €

29

2.100 €

450 €

5.400 €

44.692 €

30

2.100 €

450 €

5.400 €

51.987 €

31

2.100 €

450 €

5.400 €

59.575 €

32

2.500 €

Hälfte der Gehaltserhöhung

650 €

7.800 €

69.914 €

33

2.500 €

650 €

7.800 €

80.667 €

34

2.500 €

650 €

7.800 €

91.849 €

35

2.500 €

650 €

7.800 €

103.479 €

36

2.500 €

650 €

7.800 €

115.574 €

37

3.000 €

Hälfte der Gehaltserhöhung

900 €

10.800 €

131.213 €

38

3.000 €

900 €

10.800 €

147.478 €

39

3.000 €

900 €

10.800 €

164.393 €

40

3.000 €

900 €

10.800 €

181.985 €

 

Die insgesamt angesparte Summe von 181.985 Euro nach 20 Jahren ist beachtlich. Und der große Vorteil ist, dass die Ansparung dieser Summe überhaupt nicht weh tut. Denn zu Beginn braucht man lediglich 20 Prozent seines Netto-Gehaltes ansparen zur Seite legen. Das ist absolut für jeden zu leisten.

 

Und in der Folge wird die Sparrate nur dann erhöht, wenn man eine Gehaltserhöhung erhält, wenn also ohnehin mehr Gehalt jeden Monat auf das Konto fließt. Und nur von dieser zusätzlichen Zahlung wird die Hälfte abgezweigt – auch das wird dem Sparer also leicht fallen, er bekommt ja ohnehin noch 50 Prozent der Gehaltserhöhung ausgezahlt. Das ist das Geniale an dieser Faustformel, die praktisch jeder Mensch anwenden kann.

 

Fazit: Los geht’s

Sie haben gemerkt, wie einfach das Sparen ist? Sie sind motiviert und möchten beginnen? Tun Sie gleich jetzt den ersten Schritt, ansonsten verliert die Sache unweigerlich an Dynamik und wird in der Folge kaum noch angegangen.

 

Rufen Sie gleich bei Ihrer Bank oder Sparkasse an und fragen Sie nach den aktuellen Konditionen. Oder beginnen Sie einen Sparplan bei Ihrem Online-Depot. Natürlich können Sie auch bei uns das monatliche Sparen anfangen, Sie  haben dabei noch einen zusätzlichen Vorteil: alle Anlagen sind gut für den Klimaschutz und bieten Ihnen eine doppelte Rendite. Neben der finanziellen Rendite noch eine ethisch-ökologische Rendite.