Kann eine Investition in Windkraft oder Windparks für sicherheitsbewusste Anleger in Frage kommen?

 

sicherheit-investition-windparkIch bin seit vielen Jahren im Bereich der Windkraft-Investments, Erneuerbare-Energien-Investments und allgemein im Bereich der nachhaltigen Geldanlagen tätig. Immer wieder fragen mich die Menschen, ob Windkraft oder Windparks auch für sicherheitsbewusste Anleger in Fragen kommen können. Denn gerade das Jahr 2014 mit der Insolvenz der Anbieters Prokon hat die Risiken von Geldanlagen in Windkraft aufgezeigt, auch wenn mittlerweile feststeht, dass für alle Anleger mit Gründung einer Genossenschaft als Nachfolge-Gesellschaft eine gute Lösung gefunden werden konnte. Auf der anderen Seite sind mittlerweile mehr als 25.000 Windkraftanlagen alleine in Deutschland installiert. Diese mussten alle finanziert werden: es kann sich also nicht um eine allzu unsichere Geldanlage handeln, sonst wären solche gewaltigen Investitionen nicht getätigt worden. Ich möchte im vorliegenden Artikel Licht in dieses Thema bringen und die Frage beantworten, ob eine Geldanlage in Windkraftanlagen für sicherheitsbewusste Anleger überhaupt in Frage kommt.

 

Dabei möchte ich vorweg schicken, dass ich das direkte Errichten und Betreiben einer Windkraftanlage außer acht lasse. Professionelle Windkraftanlagen sind einfach zu groß und zu teuer, als sich das der normale Anleger leisten könnte. Will dieser nämlich auf eine ausreichende Streuung bei seiner Kapitalanlage achten, wird er nämlich meist nur zwischen 10.000 Euro und 100.000 Euro in einen Windpark investieren wollen. Das ist nur ein Bruchteil dessen, was er zur Errichtung einer eigenen Anlage benötigen würde.

 

Man muss die unterschiedlichen Windkraft Geldanlagen unterscheiden

 

Wer in Windkraft investieren möchte, kann das auf unterschiedliche Art und Weise tun. Es ist sogar so, dass dieser Durchführungsweg wichtiger für die Sicherheit der Geldanlage in Windkraft oder Windparks ist, also die Windkraftanlage selbst. Denn die großen Hersteller wie Vestas, Nordex oder Gamesa haben alle ausreichend Erfahrung, um gute und effiziente Windkraftanlagen herzustellen.

 

Möglichkeit 1: Über Aktien oder Aktienfonds in Windkraft investieren

 

Wer mit seinem Geld die Windenergie fördern will, kann in Aktien von Windkraft-Unternehmen investieren. Aktieninvestments in Vestas, Nordex oder Gamesa sind problemlos möglich. Auch Siemens ist börsennotiert und ein führender Windkraft Hersteller – allerdings hat Siemens noch viele andere Geschäftsbereiche, so dass Siemens keine wirkliche Windkraft-Aktie im engeren Sinne darstellt.

 

Es gilt aber wie bei allen Aktien: Aktien sind nichts für Amateure, denn schließlich steht man beim Aktienmarkt Vollprofis als Handelspartner gegenüber. Wer mit Aktien Geld verdienen will, muss also sehr genau wissen, was er tut. Außerdem muss der Aktienkäufer über ausreichend Kapital verfügen. Denn um zu große Risiken zu vermeiden, muss das Geld gestreut werden. Bei 10 Aktienpositionen mit jeweils zum Beispiel 3.000 Euro, sollte der Aktionär als mindestens 30.000 Euro zu Anlage verfügbar haben.

 

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Einzelne Aktien kaufen: nur für erfahrene Anleger mit viel Zeit empfohlen.

Und der Direkt-Aktien-Käufer muss über ausreichend Zeit verfügen. Die Kurse, Stopp- oder Kauflimits sowie die Geschäftsberichte und Unternehmensmitteilungen wollen jeweils gelesen werden. Bei Beobachtung mehreren Aktien ist das für die meisten Privatanleger kaum zu schaffen.

 

Die realistischere Alternative für die meisten von uns ist deshalb die Anlage in Aktienfonds. Ein Fonds sammelt das Geld von vielen Anlegern ein und investiert es gezielt in Aktien. Die Vorteile für den Anleger sind die breite Streuung, die Verwaltung durch einen Profi und die niedrigen Einstiegssummen. Fonds sind meist ab 500 Euro Anlagesumme schon zu bekommen. Damit werden dann auch schon diese 500 Euro bereits auf die ganze Anzahl Aktien des Fonds breit gestreut, meist auf 50 bis 100 verschiedene Aktien.

 

Die breite Streuung ist auch der Grund, weshalb es keine reinen Windkraft-Aktienfonds gibt, denn das Angebot an Windkraft-Aktien ist zu klein für einen Fonds. Die Alternative sind Erneuerbare-Energien-Fonds, die gezielt in Unternehmen aus diesem Bereich investieren, also neben Windkraft-Herstellern auch in Solarzellen-Produzenten, Erneuerbare-Energien-Kraftwerksbetreiber oder Wasserkraftwerks-Anbieter. Noch etwas weiter fassen das Gebiet die Klimaschutz-Fonds, die neben dem Universum der Erneuerbare-Energien-Fonds auch noch andere Unternehmen investieren, die dem Klimaschutz dienen. Das können Hersteller von Dämm-Materialen sein oder Infrastruktur-Unternehmen, die für Klimaschutz sorgen.

 

Die Auswahl solcher Fonds ist breit. Gute Anbieter verstehen sich jedoch nicht nur als Themen-Fonds Anbieter, sondern berücksichtigen auch noch Ethik-Filter. Bei Fonds mit Ethik-Filtern reicht es, um aufgenommen zu werden, nicht aus, zum Beispiel nur ein Solarzellen-Hersteller zu sein. Vielmehr muss man auch noch gute Bedingungen für seine Mitarbeiter bieten, umweltschützende Produktionsprozesse nachweisen und mit Nachbarn und Lieferanten fair umgehen. Hier wird die Auswahl schon dünner – es kommen oft nur noch die Fonds von Ökoworld, JSS oder Swisscanto in Frage. Themenfonds, zum Beispiel von Pictet oder der Deutschen Bank Tochter DWS, scheiden damit meist aus.

 

Möglichkeit 2: Mit Nachrangdarlehen, Genussrechten oder anderen Schuldverschreibungen

 

Seit dem Prokon-Zusammenbruch viel weniger häufig vertreten sind Nachrangdarlehen, Genussrechte oder andere Arten von Schuldverschreibungen. Letztlich bedeuten diese Formen, dass man einem Unternehmen Geld leiht, dieses Unternehmen im Gegenzug dafür die Rückzahlung sowie Zinsen, in fester oder variabler Höhe, verspricht. Mitspracherechte, Kontroll- oder Informationsrechte hat der Anleger dabei keine. Er ist sehr stark auf das Geschick des Unternehmens angewiesen.

 

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass speziell die Zusage fester Zinsen meist für Probleme sorgt. Denn auch wenn die Geschäftsentwicklung in einem Jahr einmal nicht so gut verläuft, müssen die Zinsen gezahlt werden – andernfalls würde viel Unruhe im Markt auftreten und die Anleger ihr Geld möglicherweise gleich zurück fordern. Der Anbieter zahlt also, soweit es irgendwie geht, die Zinsen in voller Höhe zurück. Doch damit hat der Teufelskreis begonnen – er muss, um die Rückzahlung gewährleisten zu können, nämlich häufig noch mehr Kundengelder (frisches Geld einwerben). Um das zu erreichen, zahlt er häufig viel für die Werbung – die Situation verschlimmert sich. Nach einigen Jahren droht der Zusammenbruch des Systems.

 

Aber auch hier ist die differenzierte Betrachtung wichtig. Andere Genuss-Scheine, zum Beispiel das gerade erst komplett zurück gezahlte GDZ Genussrecht der Zukunftsenergien von Reconcept, zeigen, dass Genussrechte auch gut funktionieren können. Die Anleger erhielten neben Ihrer Einlage auch eine jährliche Verzinsung von 8 Prozent pro Jahr. Auch das Nachrangdarlehen Leonidas III Solar-Festzins Frankreich zahlt pünktlich und in voller Höhe seine versprochenen Zinsen.

 

Insgesamt sind Nachrangdarlehen, Genussrechte oder andere einfache Schuldverschreibungen jedoch die wohl risikoreichste Möglichkeit, in Windparks oder Windenergie zu investieren.

 

Möglichkeit 3: Windkraft Beteiligungen

 

Die häufigste Art, wie Privatanleger in Windkraft und Windparks investieren, sind die sogenannten Sachwert-Beteiligung. Dabei wird für eine bestimmte Anzahl von Windturbinen ein bestimmtes Volumen an Geld, zum Beispiel 10 Millionen Euro, bei Anlegern eingeworben. Damit wird eine eigene GmbH & Co. KG gegründet, bei der die Anleger die Eigentümer (Gesellschafter) sind, ins Leben gerufen. Initiiert und über die Laufzeit gemanagt wird die Gesellschaft vom sogenannten Emittenten, der dafür eine Vergütung erhält.

 

Der Vorteil: als Gesellschafter haben die Anleger alle Möglichkeiten bei “ihrem” Unternehmen. Sie haben umfangreiche Informations-Rechte und können auch eine neue Geschäftsleitung wählen. Das ultimative Instrument der Mitbestimmung durch Gesellschafter.

 

Windkraft Beteiligungen sind heute die wohl gängigste Form, um sich am Ausbau der Windkraft oder an Windparks zu beteiligen.

 

Wie ist die Sicherheit bei den einzelnen Anlagenmöglichkeiten zu beurteilen?

 

Wie erwähnt ist die Sicherheit viel mehr von der gewählten Anlageklasse als vom tatsächlichen Anlageobjekt abhängig – auch wenn dieses ebenfalls seine Bedeutung hat.

 

Die Sicherheit bei Windkraft Aktien oder Aktienfonds

 

Wie oben erwähnt gibt es mehrere reine Windkraft-Aktien. Sie unterliegen den typischen Aktien-Risiken, also starken Kursschwankungen. Die Unternehmen selbst sind mittlerweile bereits etablierte, langjährige, mittelständische Maschinenbau-Unternehmen. Windkraft-Nutzung ist ein etabliertes Geschäftsfeld, Abhängigkeiten von Einzelmärkten und damit von politischer Willkür, sind kaum noch vorhanden. Summa sumarum gilt: für Personen, die mit Aktien-Handel Erfahrung haben und ausreichend auf mehrere Windkraft-Aktien streuen können, haben eine schwankungsanfällige, aber sichere Geldanlage.

Für weniger erfahrene, oder mit weniger Kapital ausgestattete, Anleger empfiehlt sich die Investition in einen Erneuerbare-Energien-Fonds. Reine Windkraft-Fonds gibt es nicht, aber bei den Erneuerbaren Energien Fonds sind Windkraft-Hersteller praktisch immer mit an Bord – meist sogar als eine der größten Positionen. Die Streuung mit einer Investition in meist 50 oder mehr Unternehmen ist bei einem New Energy Fonds ungleich höher als bei Aktien-Einzelinvestments. Außerdem wird das Portfolio von einem Profi gemanagt, so dass grobe Fehler ausbleiben werden. Es gilt: die Geldanlage in Erneuerbare Energien Fonds ist sicher. Die Fonds unterliegen jedoch der vollen Schwankungsbreite der Börsen. Als Themeninvestments können sie sogar eine stärkere Schwankungsbreite, nach unten wie nach oben, ausweisen. Anleger sollten also auch mit Kursrückgängen von 50 Prozent in einem Jahr zurechtkommen. Ein typisches Themen-Fonds-Risiko sehe ich bei den Erneuerbaren Energien allerdings kaum – zu unterschiedlich sind die einzelnen Themen wie Windkraft, Photovoltaik, Energiespeicher, Bio-Masse oder Wasserkraft.

Fazit: Richtig gemacht und mit ausreichend langem Atem von 8 bis 10 Jahren, ist die Sicherheit bei Aktien und Aktienfonds hoch.

 

Die Sicherheit bei Genussscheinen, Nachrangdarlehen oder anderen Schuldverschreibungen

 

Hier sieht die Lage nach meiner Ansicht anders aus. Diese Anlagemöglichkeiten leiden meist unter dem “festen Zinsversprechen”. Wirtschaftliche Probleme in einem Jahr führen zu häufig zur Vertuschung oder Belastungen der Zukunft. Damit beginnt ein Teufelskreis, der zu hohen Verlusten bei Anlegern führt kann.

 

Die Geldanlage in Nachrangdarlehen, Genussscheine oder andere Schuldverschreibungen sollte man also nur bei sehr genauer Kenntnis der Situation und sehr guter Kenntnis des Anbieters angehen.

 

Fazit: Nachrangdarlehen, Genussscheine und andere Schuldverschreibungen mit äußerster Vorsicht genießen und im Zweifel lieber meiden.

 

Sicherheit bei Windkraft Beteiligungen

 

Eine Windkraft-Beteiligung bei einem etablierten, im Bereich Windkraft erfahrenen Emittenten stellt ein überschaubares Risiko dar. Die Technik ist ausgereift und mittlerweile seit Jahrzehnten im Einsatz. Auch die Förder-Praxis der einzelnen Staaten folgt bekannten Mustern, es muss auch hier kein Neuland mehr betreten werden. Wenn die Randbedingungen passen, kommen durch Windkraft-Beteiligungen regelmäßige, interessante Ausschüttungen zustande. Im Gegensatz zu Anlagen in Aktien oder Aktienfonds auch dann, wenn an den sonstigen Kapitalmärkten gerade kein Geld zu verdienen ist – wie zuletzt 2008 (Finanzkrise) oder 2011 (Euro-Krise).

 

Trotzdem kann man nicht von einem risikolosen Investment reden. Winderträge können über Jahre hinweg niedriger ausfallen als geplant: einfach weil der Wind unterschiedlich stark weht. Windgutachten für einen bestimmten Standort können schlichtweg zu hoch angesetzt sein – alle folgenden Prognosen sind dann Makulatur. Oder staatliche Eingriffe, wie nachträgliche Kürzungen von Einspeisevergütungen, können die Einnahmen durcheinander bringen. Schließlich können auch Betrugsfälle bei Emittenten zu Verlusten führen.

 

Wer jedoch den wichtigsten Grundsatz bei Geldanlagen befolgt, nämlich sein Geld breit gestreut anzulegen, wird mit gut konzipierten Windkraft-Beteiligungen viel Freude haben. Meist sind diese bereits ab 10.000 Euro zu haben. Mit 40.000 Euro Anlagekapital kann man so z.B. 3 oder 4 Beteiligungen zeichnen. Damit kann der Anleger beruhigt schlafen.

 

Fazit: Wer sein Geld auf 3 oder 4 Windkraft Beteiligungen streuen kann, bekommt eine gute Sicherheit für sein Geld geboten.

 

Beispiele aktueller Windkraft-Geldanlagen

 

Im Bereich der offenen Investmentfonds könnte man folgende Zusammenstellung guter, langjährigere Erneuerbare Energienfonds wählen:

 

Investmentfonds Entwicklung letzte 5 Kalenderjahre (Durchschnitt pro Jahr) Möglicher Anteil am Portfolio
Pictet – Clean Energy EUR 4,4 % 30 %
DNB – Renewable Energy 3,2 % 30 %
RobecoSAM Smart Energy Fund 3,0 % 20 %
JSS New Energy Fund 0,3 % 10 %
Vontobel Fund – New Power 4,4 % 10 %
GESAMT 3,3 % 100 %

 

Dabei empfehle ich aufgrund der hohen Schwankungen eine Anlagedauer von rund 8 bis 10 Jahren. Als Themeninvestment sollte es auch nur eine Beimischung zu Eurer Gesamt-Geldanlage von maximal 10 Prozent sein.

 

Wer sich dagegen lieber im Bereich der Windkraft-Beteiligungen aufhält, könnte im Moment in folgende Projekte investieren:

 

Neue Energien VIII:

  • Investition in bereits stromliefernde Windkraft-Anlagen
  • kein Errichtungs-Risiko
  • Geplante Laufzeit: 10 Jahre
  • Gesamtausschüttungen Prognose*: 157 %
    (inkl. Rückzahlung der Einlage, vor Steuern)
    Hinweis: Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen.
  • Mindestbeteiligung: 10.000 Euro zzgl. 5% Agio

 

Windenergie Deutschland:

  • Investition deutsche Windkraft-Anlagen
  • Anker-Windpark bereits eingekauft
  • Geplante Laufzeit: 8 Jahre
  • Gesamtausschüttungen Prognose*: 152 %
    (inkl. Rückzahlung der Einlage, vor Steuern)
    Hinweis: Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen.
  • Mindestbeteiligung: 10.000 Euro zzgl. 3% Agio
  • Frühzeichnerbonus: 3 % p.a.

 

 

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