grünes Investment

Grünes Investment steht verallgemeinert  für :

  • „Nachhaltige Veranlagung“
  • „Ökologische Geldanlage“
  • „Ethisch-ökologisches Investment"
  • „socially responsible investment (SRI)"

 

Unter grünem Investment  versteht man Geldanlagen, die neben den wirtschaftlichen Anlagezielen Rendite, Sicherheit und Verfügbarkeit auch ökologische Wertvorstellungen der Anleger berücksichtigen. Oft wird der ökologische Aspekt mit ethisch verantwortlichen Wertvorstellungen gekoppelt. In der Kombination spricht man dann neben grünem Investment auch von nachhaltigem, ökologischen und sozial verantwortlichem Investment.

 

Es wird nur in Unternehmen investiert, die in ihrer Geschäftspolitik ökologische und bzw. oder soziale Grundsätze berücksichtigen. Deren Produkte oder Dienstleistungen einen ökologischen und gesellschaftlichen Nutzen erzeugen. Je nach Ausrichtung des Anlageprodukts gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Ansätzen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird hier meist jedoch kaum differenziert und von "grünem Investment" gesprochen.

 

 Grünes Investment reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert

 

Der Ursprung kann in den angelsächsischen Freikirchen gefunden werden. Die Quäker weigerten sich schon im 18. Jahrhundert in Unternehmen zu investieren, die mit Waffenproduktion, Glückspiel, Alkohol und Sklavenhandel, Umsatz erlösten. In den 1970 er Jahren machten Bewegungen gegen Apartheid in Südafrika und gegen den Vietnamkrieg mobil. Mit der Devise "Kein Geld für Rüstung und Apartheid" weiteten viele ihr politisches Engagement auf die Geldanlage aus. Die ersten Fonds mit Ausschlusskriterien für diese Aktivitäten entstanden in den USA und Großbritannien, vor allem für Stiftungen, Universitäten und Kirchen. In Europa und insbesondere in Deutschland kam später als weiteres Kriterium der Widerstand gegen die Atomkraft hinzu. Heute spielt die Kritik an der Globalisierung und spekulativen Finanztransaktionen eine zunehmende Rolle für die Nachhaltige Geldanlage.

 

Verhindern-Fördern-Gestalten: alles kann das grüne Investment

Die Instrumente des grünen Investment sind vielseitig. Die Ansätze verschwimmen manchmal oder werden miteinander kombiniert. 

 

Ausschlusskritieren verhindern die schlimmsten ethischen Vergehen:

Der Anleger vermeidet Geld in Unternehmen zu investieren die seinen ethischen Grundsätzen widersprechen. Typische Ausschlusskriterien sind:

  • Waffen- und Rüstungsprokuktion
  • Menschenhandel und Prostitution
  • ausbeuterische Kinderarbeit
  • Atomenergie
  • Praktizieren der Todesstrafe bei Länderinvestments

 

Positivkriterien fördern das Erstrebenswerte:

Unternehmen und Anlagemöglichkeiten die in ethisch-nachhaltig erstrebenswerten Branchen, Produkten oder Dienstleistungen tätig sind werden bevorzugt. Dazu gehören je nach Wertvorstellungen der Anleger Kriterien wie:

  • Armutsbekämpfung
  • erneuerbare Energien
  • Aufforstung
  • Frauenförderung

Best-in-class-Ansatz aus allen Branchen die Besten:

Die Unternehmen und Investitionsmöglichkeiten werden nach Branchen sortiert und innerhalb der Branche nach ethisch-ökologischen Aspekten miteinander verglichen. Derjenige der dabei am Besten abschneidet kommt als Investment in Frage.

 

Themeninvestments bereichern die Geldanlage:

Unter Themeninvestment versteht man die Geldanlage in einzelne Branchen oder Themen des grünen Investments. Typische Anlagebereiche sind Holz, Wasser, Mikrofinanz, Solar- und Klimainvestments.

 

Engagement gestaltet die Unternehmenspolitik:

Aktien- oder Genossenschaftsanteile verbriefen einen Eigentumsanteil an einem Unternehmen. Er hat das Recht über Unternehmensbelange abzustimmen. Die Stimmrechte werden benutzt um ethisch-ökologische Anforderungen durchzusetzen. Der Einfluss auf das Unternehmen wird dadurch verstärkt, dass die Anleger innerhalb des Unternehmens auf die Abschaffung von Missständen und Verbesserung in Richtung Nachhaltigkeit drängen und auf der Hauptversammlung kritisch abstimmen.