Mikrofinanz

Mikrokredit und Mikrofinanz

 

Der bekannteste Gründer der Idee der Mikrofinanzkredite wurde 2006 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Mohammed Yunnus (* 1940) ein Wirtschaftswissenschaftler aus Bangladesch setzte die Idee des Mikrofinanz Gedanken mit der Grameen Bank in die Tat um.

 

Die Idee ist, kleine Kredite zu gewähren. Oftmals von nur wenigen hundert Dollar oder dem entsprechenden Gegenwert in der jeweiligen Landeswährung. Das Geld wird Menschen geliehen, die keinen Zugang zu Krediten haben. Sie können keine Sicherheiten bieten, können oftmals weder lesen noch schreiben oder haben überhaupt keine Bank, die sie als Kunden akzeptieren würden. Denn wenn die Kreditprüfung mehr kostet als die Bank jemals daran verdienen wird, das Einsammeln der Kreditrate so aufwendig ist oder keine Sicherheiten gewährt werden können, gibt es kein Geldhaus, welches dieses Geschäft eingehen würde.  Den Menschen bleibt oft nur der Weg zum privaten Geldverleiher, dieser verlangt Wucherzinsen. Teilweise 200 % pro Tag. Aussichtslos für die Betroffenen damit jemals der absoluten Armut zu entkommen. Viel Potential das diese Menschen auch zum Unternehmertum haben bleibt ungenutzt. Denn die Mikrofinanznehmer haben ihre Arbeitskraft, tolle Ideen und Mut, einzig das Geld fehlt ihnen um unternehmerisch tätig zu werden. Dabei ist dies für viele Betroffenen der Weg aus der absoluten Armut.

Mikrofinanzinstitute vergeben Kredite jedoch nicht nur an Einzelpersonen, sondern oftmals wird das Modell der Gemeinschaftskredite gewählt. So schließt sich eine Gruppe von Frauen zusammen und jede von Ihnen erhält einen Darlehensbetrag. Der soziale Druck innerhalb der Gemeinschaft, führt dazu dass die einzelnen Kreditnehmerinnen ihren Verpflichtungen nachkommt.

 

Mikrokreditanlage bezeichnet daher die Kleinstkreditvergabe an Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern über sogenannte Mikrofinanzinstitute.

 

Der Begriff Mikrofinanz umfasst jedoch mehr als nur der auf die Kredit-Seite beschränkte Begriff der Mikrokredite. Neben Kleinstkrediten werden inzwischen auch sonstige Finanzdienstleistungen wie Sparanlagen oder Kleinstversicherungen angeboten.

 

Die Menschen können damit erstmals Vorsorge betreiben und Ihr Geld sicher aufbewahren. Vor Dieben und Entwendung durch unseriöse Menschen geschützt, können Kleinstbeträge zur Seite gelegt werden. Eine kleine Zukunftsvorsorge kann somit erstmals gebildet werden.

 

Herausragend am Mikrofinanzansatz ist, mit marktwirtschaftlichen Herangehensweisen eine Entwicklung erzielt werden soll. Es geht nicht um Spenden oder Almosen, welche von den Hilfsempfängern oftmals als gegen ihre Würde verstoßend empfunden werden. Es geht um faires Geschäft miteinander. Der Mikrofinanzansatz geht davon aus, dass beide Vertragspartner von Handelsbeziehungen profitieren, wenn diese gerecht sind. Ziel von Mikrofinanzinstituten ist es eine win-win Situation zu schaffen.

 

Anleger können das Modell Mikrofinanzfonds nutzen um den Entwicklungsprozess in den Schwellenländern voranzubringen. Sie stellen über Mikrofinanzfonds Gelder bereit, die den Mikrofinanzinstituten (MFI) als Darlehen weitergereicht werden. Die Renditeerwartung für hiesige Investoren liegt zwischen zwei bis vier Prozent Jahresrendite. Die Anlage in Mikrofinanzfonds entwickelt sich abgekoppelt von internationalen Aktienmärkten und kann daher optimal zur Risikostreuung in das eigene Anlegerdepot eingesetzt werden.