Offene Fonds

Offene Fonds oder offene Investmentvermögen sind im Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) geregelt und werden als Organismen zur gemeinsamen Anlage in Wertpapieren (OGAW) bezeichnet. Sie sind dadurch charakterisiert, dass die Geldanlage separat durch eine Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) verwaltet wird und beliebig viele Anteile ausgegeben werden können.

 

Der Anlegerkreis ist nicht begrenzt, die Fondsanteile werden an der Börse gehandelt. Sie können normalerweise jederzeit an die KVG zurückgegeben werden, dies erfolgt zum börsentäglich festgestellten Rücknahmepreis. Der Kauf der Geldanlage wird zum Ausgabepreis, der einmalige Vertriebskosten enthält, abgewickelt. Anleger erwerben Miteigentum am Fondsvermögen. Auch Kleinanleger können sich mit relativ geringen Beträgen an offenen Fonds beteiligen. Die Fondsanteile werden in einem Bankdepot oder einem Depot bei der Kapitalverwaltungsgesellschaft verwahrt. Außerdem unterscheidet man zwischen jährlich ausschüttenden und thesaurierenden Fonds, bei denen die Erträge der Anleger bis zum Ende der Haltedauer im Fondsvermögen verbleiben.

Das Fondsmanagement verwaltet die Gelder der Anleger unter Aufsicht der BaFin professionell nach bestimmten Anlagerichtlinien. Hier sind bei guten Klimafonds und Nachhaltigkeitsfonds auch die  ethisch-ökologischen Kriterien festgeschrieben. Hinzu kommt die Erfahrung und Expertise der Fondsmanager an den Kapitalmärkten, die zu einem Mehrwert gegenüber der Marktrendite führen soll. Fonds können als einmalige Kapitalanlage oder für regelmäßige Sparraten genutzt werden. Es wird je nach Anlageschwerpunkt zwischen Aktien-, Renten-, Immobilien-, Rohstoff-, Misch-, Dach-, Ziel- und Geldmarktfonds unterschieden. Eine spezielle Art offener Investmentfonds sind ETF`s, die passiv einen Börsenindex nachbilden.Die Fondsanlage ist eine sichere Geldanlage. Im Fonds befinden sich unterschiedliche Finanzinstrumente, so dass eine hohe Risikostreuung durch die Verteilung der Gelder auf viele Anlageobjekte gewährleistet ist. Außerdem wird das Anlagevermögen, getrennt von der sonstigen Geschäftstätigkeit der KVG, als Sondervermögen bei einer externen Verwahrstelle deponiert. Dennoch sind Kurs-, Liquiditäts-, Zinsänderungs-, Fondsmanagement- und andere Risiken bei dieser Geldanlage nicht auszuschließen. Für den Anleger hat der Fondskauf den Vorteil, dass er während der Anlagedauer keine eigenen Investitionsentscheidungen treffen muss. Dafür fallen Kosten in Form von Verwaltungsgebühren, Vertriebsfolgevergütungen und Erfolgsbeteiligungen an.