Riester Rente

Die Riester Rente wurde 2002 in Deutschland eingeführt und ist nach Walter Riester benannt, dem damaligen Bundesminister für Arbeit und Soziales. Hintergrund war eine Rentenreform, bei der das Rentenniveau von 70 auf 67 Prozent gesenkt wurde.

 

Zur Kompensation der Rentenlücke wurde das staatlich geförderte Produkt eingeführt. "Riestern" darf jeder Arbeitnehmer, der gesetzlich rentenversichert ist sowie Beamte. Über sogenannte "Anhängselverträge" können auch Ehepartner gefördert werden. Laut Wikipedia (Stand 1.11.2016) sind berechtigt:

 

  • rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer
  • Amtsträger
  • rentenversicherungspflichtige Selbständige (z. B. Handwerker (allerdings mit Befreiungsmöglichkeit gem. § 2 Ziff. 8 SGB VI, nach 18 Jahren oder 216 Monaten Pflichtbeitragszeiten) und über die Künstlersozialkasse versicherte Künstler)
  • Pflichtversicherte nach dem Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte (ALG)
  • Bezieher von Arbeitslosengeld (einschließlich berechtigter Bezieher von Arbeitslosengeld, deren Leistungen aufgrund der Anrechnung von Einkommen und/oder Vermögen ruhen)
  • Bezieher von Krankengeld
  • ALG-II-Empfänger über § 3 Satz 1 Nr. 3a SGB VI (Arbeitslosengeld- und Arbeitslosengeld II-Empfänger sind nach § 3 Abs. 3, 3a SGB VI rentenversicherungspflichtig und haben damit einen Anspruch auf Riesterförderung. Wer aufgrund zu hohen Vermögens keinen ALG-II-Anspruch hat, wird in § 10a Abs. 1 Satz 3 den Pflichtversicherten gleichgestellt und hat ebenfalls Anspruch auf Riesterförderung)
  • nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen (z. B. bei Pflege von Angehörigen im Haushalt)
  • Wehr- und Zivildienstleistende
  • geringfügig Beschäftigte, die sich nicht von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung haben befreien lassen (sogenannte Aufstocker, eigener RV-Beitragsanteil 2013 = 3,9 %)
  • Bezieher von Vorruhestandsgeld, sofern diese zuvor pflichtversichert waren
  • Beamte, Richter und Soldaten sowie diesen gleichgestellte Personen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungsfrei oder von der Versicherungspflicht befreit sind, weil ihnen eine beamtenrechtliche oder beamtenähnliche Versorgung gewährleistet wird
  • vollständig Erwerbsgeminderte oder Dienstunfähige
  • Kindererziehende (nachdem sie die Kindererziehungszeiten beantragt haben)

 

Staatliche Förderung gibt es auf zwei Arten: zum einen über Zulagen oder über Steuervorteile. Mit Abgabe der Einkommenssteuererklärung führt das Finanzamt eine Günstigerprüfung durch. Bis zu 2.100 Euro Jahresbeitrag können als Kapitalanlage im Rahmen der Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Fällt der Steuervorteil größer aus als die Zulagen, gibt es eine Gutschrift.

 

riester-renteDie Grundzulage beträgt 154 Euro und pro Kind gibt es 300 Euro jährliche Zulage, sofern dieses ab 2008 geboren wurde. Ansonsten sind es 185 Euro. Die maximale staatliche Förderung gibt es allerdings nur, wenn vier Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens als Beitrag in die Kapitalanlage fließen. Ansonsten fließt die Förderung nur anteilig.

 

Bei der Kapitalanlage wird Sicherheit groß geschrieben. Die über die Laufzeit eingezahlten Beiträge müssen zum Ablauf des Vertrages in jedem Fall garantiert werden. Weitere Sicherheit entsteht durch die Pfändungsschutz bei dem Produkt gegenüber Dritten. Ebenso bleibt die Vorsorge bei Bezug von Arbeitslosengeld 2 unangetastet. Als Produkte zur Geldanlage über Riester stehen Rentenversicherungen, Banksparpläne oder Fondssparpläne zur Auswahl. Die Auszahlung der Rente unterliegt der vollen Besteuerung nach dem persönlichen Steuersatz bei Bezug der Rentenleistung. Grundsätzlich wird zum Endalter das in der Geldanlage gesammelte Kapital verrentet. Bis zu 30 Prozent können jedoch als Einmalsumme ausbezahlt werden.