SICAV

Die Bezeichnung SICAV ist die Abkürzung für den französischen Begriffs „société d'investissement à capital variable“. Besonders in Frankreich und in Luxemburg ist SICAV eine verbreitete Form der Aktiengesellschaft. Eine SICAV besitzt über eine eigene Verwaltung, die zumindest über einen Verwaltungsrat verfügt. Dies bedeutet, dass das Tagesgeschäft in der Regel an einen externen Investment Manager übergeben wird, dessen Handeln durch den Verwaltungsrat kontrolliert wird. Nur ganz wenige SICAVs beschäftigen für diesen Zweck eigenes Personal.

Grundsätzlich verfügt die SICAV ein Mindestkapitel, wobei das Kapital insgesamt variiert. Jederzeit entspricht es jedoch dem Nettovermögen aller Teilfonds der Gesellschaft und wird durch Anteile ohne Angabe eines Nominalwertes angezeigt.

Der Zweck einer SICAV besteht darin, das Gesellschaftskapital in Aktien oder Wertpapieren anzulegen. Hierbei ist das Prinzip der Risikostreuung für die Sicherheit der Geldanlage zu beachten.
In ihrer Form ähnelt sie der deutschen Investmentaktiengesellschaft mit veränderlichem Kapital nach § 104 ff. InvG. Die SICAV richtet sich aber nach dem luxemburgischen Gesetz vom 20. Dezember 2002 über die Organismen für gemeinsame Anlagen sowie dem Gesetz vom 13. Februar 2007 über die Spezialfonds (Spezialfondsgesetz), wobei jedoch schweizerische SICAVS das Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen vom 23. Juni 2006 (Kollektivanlagengesetz, KAG) anzuwenden ist. Die SICAV gilt als eigene Rechtsperson und wird nicht als Sondervermögen betrachtet.