„Muss nur noch kurz die Welt retten“ – Zehn Filme zeigen, wie es geht

Zusammenfassung: Die Welt retten ist auch im Kino nicht leicht. Gefahr und Bösewicht sind jedoch im Film einfach zu erkennen. In der Realität sind die Bedrohungen nicht so leicht auszumachen, aber auch hier gibt es unzählige Helden, die für eine bessere Welt eintreten.

 

 

Außerirdische stellen nur im Kino eine Bedrohung dar.

Außerirdische stellen nur im Kino eine Bedrohung dar.

„Muss nur noch kurz die Welt retten“, Sänger Tim Bendzko weiß Bescheid: Ein Superheld hat immer alle Hände voll zu tun. Welt retten, Mails checken, Freundin besuchen – genau in dieser Reihenfolge. Vor wem oder vor welcher Bedrohung Bendzko uns nun schon seit fünf Jahren rettet, bleibt leider ungeklärt.

 

In den populären Blockbustern ist die Frage jedoch schnell geklärt: Gemeine Schurken, hochintelligente Außerirdische, mysteriöse Geheimbünde – ihren mehr oder weniger durchschaubaren Plänen muss sich der Held stellen um den unweigerlichen Untergang unseres Planeten noch gerade so aufzuhalten.

 

Im Film übernehmen Superman, Batman, James Bond, das CIA und andere Superhelden den Weltrettungsjob zuverlässig. Schwieriger sieht es im echten Leben aus. Denn Hand aufs Herz: wer von uns hat schon einmal wirklich einen Außerirdischen gesehen und wurde von ihm bedroht?

 

 

Fünf vor Zwölf – nicht nur im Kino

Dagegen sind die Bilder von versteppten Seen, schmelzenden Gletschern und Flutkatastrophen Realität und laufen nahezu täglich in den Nachrichten. Die Menschheit wird durch die weltweite Klimakrise bedroht, durch Hungerkatstrophen und der Privatisierung der Trinkwasservorkommen. Darüber hinaus sind unzählige Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht.

 

Nun ist es eine alte Medienweisheit, dass das Schicksal Einzelner den Zuschauer stärker bewegt, als die Bedrohung einer großen Anzahl von Menschen in einer anonymen Masse. Daher unterscheiden sich moderne Dokumentarfilme stark von ihren extrem versachlichenden Vorgängern. Die Filmemacher lassen vermehrt Betroffene zu Wort kommen, ergreifen Partei und geben den Opfern ein Gesicht. Und auch die Weltretter kommen zu Wort. Und es sind nicht Actionhelden mit Superkräften, sondern vollkommen durchschnittliche Menschen, die mit ihrem Handeln anregen, inspirieren und die Welt Schritt für Schritt verändern.

 

Wir haben uns zehn Filme angesehen, die allesamt ihren Beitrag zu einer sozialen und ökologischen Gesellschaft leisten – und das ohne Langeweile. Wir wünschen gute Unterhaltung.

 

 

Genre Kassenschlager 2016: „Tormorrow – Die Welt ist voller Lösungen

Helden und Weltretter haben viele Gesichter. Quelle: http://www.tomorrow-derfilm.de/

Helden und Weltretter haben viele Gesichter.
Quelle: http://www.tomorrow-derfilm.de/

Ausgezeichnet mit dem französischen Filmpreis César als „Bester Dokumentarfilm“, ist der Film von Mélanie Laurent und Cyril Dion der Abräumer des Jahres in diesem Genre. Vorgestellt werden Menschen aus zehn Länder, die mit ihren ökologischen, wirtschaftlichen und demokratischen Projekten Antworten auf die vordringlichsten Fragen unserer Zeit geben, die Zukunft neu definieren und aktiv mitgestalten und so zeigen, dass es zwar fünf vor zwölf ist, jedoch nicht zu spät, etwas zu tun. „Tomorrow“ zeigt dabei, dass politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zwar bedeutsam sind, jedoch erst die vielfältigen Lösungsansätze in ihrer Summe das Gesicht der Welt von Morgen verändert.

 

 

Genre: Klassiker – „Eine unbequeme Wahrheit“

Mit der Erderwärmung und der daraus resultierenden Klimakrise hat sich der frühere Vizepräsident der USA, Al Gore, eingehend befasst. „Eine unbequeme Wahrheit“ aus dem Jahr 2006 ist dabei quasi der Film zu Gores populärem Buch und dokumentiert unter der Regie von Davis Guggenheim den aktuellen Zustand unseres Planeten. Durch die klimatischen Veränderungen, die in dem extremen Ausmaß Folgen eines ständig steigenden Ausstoßes von CO2 sind, werden laut Gore noch viele Millionen Menschen ihre Heimat als Klimaflüchtlinge verlassen müssen. Eine Veränderung ist nur durch einen bewussteren Energie und unseren Rohstoffen möglich.

 

 

Genre: Katastrophenfilm – „Sechs Grad bis zur Klimakatastrophe“

2008 veröffentlichte die Zeitschrift „National Geographic“ einen bildstarken Film. Wie sieht unsere Erde aus, wenn die Regenwälder Südamerikas verschwinden und die Polkappen schmelzen? Dabei bedient sich die Dokumentation auch Computeranimationen und gibt damit auch einen optischen Eindruck davon, was wir nach einem Temperaturanstieg um sechs Grad erwarten können.

 

 

Genre: Episodenfilm – „Die 4. Revolution – Energy Autonomy“

Praktische Ideen zum Atomausstieg und dem Verzicht auf fossile Energiequellen liefert der Film von Carl-A. Fechner aus dem Jahr 2011. Projekte aus der ganzen Welt werden vorgestellt und zeigen, dass eine Versorgung der Menschheit mit regenerativen Energien möglich und wünschenswert ist.

 

 

Genre: Sequel – „The Power to Change – Die Energierebellion“

Fünf Jahre später brachte Dokumentarfilmer Fechner quasi die Fortsetzung der „4. Revolution“ in die Kinos. „The Power to Change“ beschreibt Auswege aus dem enormen Energieverbrauch der Industrienationen und tritt vehement für eine ökologisch nachhaltige Energieversorgung ein. Vorgestellt werden Wissenschaftler, Umwelt- und Klimaschützer, Unternehmer und Entwickler alternativer Lösungen.

 

 

Genre: Drama – „Bottled life“

Für das Menschenrecht auf den ungehinderten Zugang zu Trinkwasser weltweit, tritt der Dokumentarfilm „Botteld life“ ein. Regisseur Urs Schnell beleuchtet die Geschäfte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé mit Wasser. Das Unternehmen ist Weltmarktführer und verkauft mit großem Erfolg Wasser als Lifestyle-Produkt. Das alleine wäre kein Verbrechen, doch das Unternehmen schafft sich seinen Markt selbst und kauft weltweit Quellgebiete. Dass dabei der heimischen Bevölkerung wortwörtlich der Hahn abgedreht wird, spielt für Nestlé keine Rolle – klare Prämisse des Konzerns bleibt der wirtschaftliche Erfolg.

 

 

Genre: Tierfilm – „More than Honey“

Die Wahrheit über die Biene Maja? Der Schweizer Dokumentarfilmer Markus Imhoof untersucht in seinem Film aus dem Jahr 2014 das mysteriöse Bienensterben und überzeugt mit interessanten Kameraperspektiven, die den Zuschauer auch direkt in den Bienenstock mitnehmen. Gezeigt wird das Leben der Bienen und deren extreme Belastungen durch Parasitenbefall, Pestizide und Antibiotika. Ebenso gezeigt wird der für die Tiere stressige Transport zu weit auseinanader liegenden Obstplantagen, auf denen die Bienen als Bestäuber Akkordarbeit erledigen.

 

 

Genre: Schocker – „Food, Inc. – Was essen wir wirklich?“

Wer bestimmt, was wir essen und wie werden unsere Lebensmittel hergestellt? Dieser Frage geht Robert Kenner in seinem Film aus dem Jahr 2008 nach. Die US-Dokumentation ist dabei durchaus erschreckend, denn das ausgeklügelte Marketing der internationalen Lebensmittelkonzerne manipuliert die Kunden gezielt, die sich natürliche und gesunde Lebensmittel wünschen. Resultate des aufwändig recherchierten Films: Gewinne des Unternehmens haben einen höheren Stellenwert als die Qualität der Produkte. Lebensmittel aus genmanipulierten Getreide- und Pflanzenarten stehen bereits genauso auf dem Speiseplan, wie hormonbehandelte Fleischwaren. Wer bei diesem Film eine Popcorntüte in Händen hält, verliert leicht den Appetit.

 

 

Genre: Science Fiction – „Plastic Planet“

Seit fast einhundert Jahren bewegen wir uns unaufhaltsam in das Plastikzeitalter. In seinem Film aus dem Jahr 2013 zeichnet der österreichische Filmemacher Werner Boote die Erfolgsgeschichte des Plastiks nach. Jährlich werden mittlerweile fast 60 Millionen Tonnen des Erdölproduktes in Europa produziert. Dabei werden große Mengen direkt wieder zu Müll vergiften die Umwelt und verschmutzen in hohem Grade die Meere: Aktuell werden rund 10.000 Teile Plastikmüll auf einem Quadratkilometer des Ozeans gezählt, mit verheerenden Folgen für die Meeresbewohner.

 

 

Genre Verbrauchersendung – „Lets make money“

In diesem Film verschafft sich der österreichische Regisseur Erwin Wagenhofer einen Einblick in die Welt der Banken und Versicherer. Hier wird schnell klar, dass es nicht das Geld ist, das arbeitet, sondern Investmentbanker, Fondsmanager, Spekulanten und viele weitere Akteure die Fäden in ihren Händen halten und mit ihren ständig neu entwickelten Finanzprodukten nur den Reichtum einer kleinen Elite erreichen.

 

Im Kino eigentlich immer am Anfang, bei uns am Ende: Die Werbung. Du willst Dein Geld nicht verzocken, sondern sinnvoll, ökologisch und sozial investieren? Dann lass Dich bei uns beraten. Klimafonds wirken positiv auf die Umwelt und auf deine Finanzen.