Nachhaltige Staaten: Deutschland – Österreich – Schweiz

Zusammenfassung: Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen in der Top Ten der nachhaltigen Staaten auf den Plätzen 5 bis 7, direkt hinter den Nachhaltigkeitssiegern Skandinaviens. Positiv bewertet werden Wirtschaftskraft, Demokratie, Bildung und Gleichberechtigung. Jedoch gibt es auch hier Optimierungsbedarf. Generell müssen noch Hausaufgaben in den Bereichen nachhaltiger Konsum und CO2-Reduzierung gemacht werden. Generell befinden sich die deutschsprachigen Europäer aber auf einem guten Weg.

 

 

Deutschland, Österreich, Schweiz – Gemeinsame Sprache, gemeinsame Ziele, unterschiedliche Wege.

Eine weltweite nachhaltige Entwicklung aller Staaten. – Das ist das Ziel der Vereinten Nationen. Bis zum Jahr 2030 sind die Mitgliedsstaaten aufgefordert, tragfähige Strategien zu entwickeln und wirkungsvolle Maßnahmen umzusetzen, um die Lebensgrundlagen der kommenden Generationen weiter zu gewährleisten. Mit der anspruchsvollen Zielsetzung soll der drohenden Klimakrise und der tiefen Kluft zwischen Arm und Reich entgegengewirkt werden

 

Zu den verabschiedeten 17 Zielen der UN zählen eine gesicherte Ernährung und der Zugang zu sauberem Trinkwasser, die Überwindung extremer sozialer Ungerechtigkeit, Gleichberechtigung der Geschlechter, verbesserte Bildung und Chancengleichheit, Innovationskraft, wirtschaftliche Entwicklung, Klimaschutz sowie der Ausbau Erneuerbarer Energien.

 

Mit dem SDG-Index (Sustainable Development Goals) wird seit dem vergangenen Jahr der Grad der Zielerreichung der einzelnen Staaten in einem Ranking evaluiert. Allerdings sind auch die in der Liste führenden Nationen noch weit vom Optimum entfernt. Die skandinavischen Staaten Schweden, Norwegen und Finnland besetzen aktuell das Siegertreppchen. Im zweiten Teil unserer Serie zu nachhaltigen Staaten stellen wir die Strategien und Besonderheiten des deutschsprachigen Wirtschaftsraums vor. Die Schweiz, Deutschland und Österreich belegen im internationalen Ranking die Plätze 5 bis 7.

 

 

Gemeinsame Ziele – unterschiedliche Wege

Nachhaltigkeit ist ein viel diskutiertes Thema in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Schließlich verfügen die drei Staaten über weite Flächen gewachsener Naturlandschaften im alpinen Raum. Dazu kommen dichte und weitläufige Waldgebiete, die in der Schweiz und in Deutschland fast ein Drittel der Landesfläche einnehmen, in Österreich sogar knapp die Hälfte. Deutschland verfügt außerdem im Norden über einen breiten Küstenstreifen und das ökologisch bedeutsame Wattenmeer.

 

Aber Natur ist nur eine Seite der Medaille. Deutschland ist eine führende Industrienation, die Schweiz ein bedeutender internationaler Finanzplatz, lediglich in Österreich spielt die Erhaltung der Natur auch eine wirtschaftliche Rolle für den Fremdenverkehr.

 

Und trotz des naturverbundenen Images der drei Staaten und der guten Platzierungen im internationalen Vergleich, stehen Deutschland, Österreich und die Schweiz weiterhin vor der Aufgabe, ihre CO2-Emissionen drastisch zu verringern, um so den gefährlichen Treibhauseffekt und die damit verbundene Erwärmung der Erde aufzuhalten. Keine leichte Aufgabe, denn ohne einen nachhaltigeren und reduzierteren Konsum, ist dieser Weg kaum zu beschreiten. Darüber hinaus sind die Länder gefordert, Anlagen für Erneuerbare Energien weiter auszubauen.

 

 

Platz 4: Die Schweiz – diszipliniertes Nachhaltigkeitskonzept

Vielfältige Fauna …

Die Schweiz hat schon früh mit der Entwicklung und Umsetzung einer anspruchsvollen Nachhaltigkeitsstrategie begonnen. Anstoß gab, wie in vielen Ländern auch – die Konferenz von Rio 1992. Dabei werden die ambitionierten Ziele diszipliniert verfolgt. Beispielhaft ist das klimafreundliche Mobilitätskonzept der Eidgenossenschaft. Die Schweiz verfügt – topographischen Herausforderungen trotzend – über das am besten ausgebaute Schienennetz weltweit.

 

Die Schweiz gehört zu den reichsten Ländern der Erde und blickt auf eine lange Geschichte der demokratischen Mitbestimmung zurück. Das Land verfügt über einen leistungsfähigen und gut ausgebauten Sozialstaat sowie einem verpflichtenden Krankenkassen- und Pflegeversicherungssystem. Auch wenn das kommunale Frauenwahlrecht in Appenzell Innerrhoden erst 1990 eingeführt wurde, bringt die Schweiz mit Chancengleichheit und einem weitreichenden Bildungssystem positive Faktoren für eine nachhaltige Entwicklung des Landes mit.

 

Energiekonzept der Schweiz – Zwischen Wasserkraft und Atomenergie 

Der CO2-Ausstoß pro Kopf liegt mit 5,06 Tonnen in der Schweiz weit unter dem europäischen Durchschnittswert von 8,33 Tonnen. Damit liegt das Land international an der Spitze, denn selbst Nachhaltigkeitsweltmeister Schweden bläst mit 5,17 Tonnen noch etwas mehr CO2 aus.

 

Pro Jahr werden in der Schweiz 58,01 Milliarden kWh verbraucht, was einem Umsatz von 7.092 kWh pro Einwohner entspricht. Gedeckt wird der Energieverbrauch zu einem Drittel durch Wasserkraftanlagen. Seit rund zehn Jahren setzt die Schweiz zunehmend auf diese Art der Energiegewinnung. Mittlerweile produzieren 500 Speicherkraftwerke Strom aus Wasser. Auch Anlagen für Erneuerbare Energien spielen zunehmend eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung, hier werden vorallem Photovoltaik-Anlagen und Geothermie weiter ausgebaut.

 

Immerhin noch bis zu 45 Prozent der Schweizer Stromversorgung stammt aus Atomkraftwerken. Zwar hat sich die Schweiz 2011 unter dem Einfluss der Reaktorkatastrophe von Fukushima entschlossen, bis 2034 aus der Kernenergie auszusteigen. Jedoch hat sich das Land ein Hintertürchen offen gelassen: Laufende Anlagen werden schrittweise vom Netz genommen. Atomtechnologie wird aber wissenschaftlich weiter verfolgt, es besteht generell die Möglichkeit Atomkraft wieder in die Energieversorgung zu integrieren.

 

 

 

Platz 6: Deutschland – der bestplatzierte G7-Staat

… und Flora.

Mit Platz 6 kann Deutschland die beste Platzierung eines G7-Staates für sich verbuchen. Die Industrienation befindet sich also mit einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum und einem ausgebauten Sozialsystem auf einem guten Weg zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele. Dennoch gibt es auch hier noch Handlungsbedarf. So wird zwar die geringe Armutsquote positiv bewertet. Kritisch ist jedoch die steigende soziale Ungleichheit und die damit einhergehende ungerechte Chancenverteilung. Deutschland spiegelt dabei eine weltweite Entwicklung innerhalb der Industrienationen wider. Nachholbedarf besteht auch im verantwortungsvollen Konsum und Umgang mit Ressourcen.

 

Energiekonzept Deutschland – Vom Kohlestrom zur Energiewende

Der Kohleabbau in Deutschland ist ein gewaltiges wirtschaftsgeschichtliches Erbe in Deutschland. Obwohl die Energiewende beschlossene Sache ist und der Ausbau der Erneuerbaren Energien gut anläuft, wird noch immer massiv Kohle verstromt. Entsprechend liegt der CO2-Ausstoß pro Person oberhalb des europäischen Durchschnitts bei satten 9,4 Tonnen im Jahr. Erfreulich ist der vergleichsweise niedrige Energieverbrauch in Deutschland: Mit 540,10 Milliarden kWh jährlich ergibt sich eine Verbrauch von 6.691 kWh pro Einwohner.

 

Platz 7: Österreich – effektiver Natur- und Klimaschutz

Mit Beginn des Jahrtausends hat Österreich eine bundesweite Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt und seit dem ständig weiter ausgebaut und umgesetzt. Dabei setzt Österreich massiv auf einen Ausbau des Bildungssystems, um Nachhaltigkeitsziele und Lösungen gesellschaftlich zu verankern.

 

Österreich lebt auch vom Tourismus. Hier korrespondieren die Erwartungen der Urlauber an saubere und gesunde Natur mit der wirtschaftlichen und nachhaltigen Weiterentwicklung des Landes.

 

Energiekonzept Österreich – Wasser- und Windkraft

Atomkraft? – Nein danke! – Das war schon immer die Devise der Österreicher. De facto ging das einzige Atomkraftwerk das je gebaut wurde nach einer Volkabstimmung nie ans Netz. Seit 1999 ist die Absage an die Atomenergie in der Verfassung verankert.

 

Aktuell liefern Wasserkraftwerke rund 60 Prozent des Stroms. Darüber hinaus setzt Österreich auf den Ausbau von Windkraftanlagen und zeigt hier bei weitem weniger Berührungsängste als das benachbarte Bayern. Insgesamt verbraucht Österreich im 69,75 Milliarden kWh, also 8.006 kWh pro Person. Der CO2-Ausstoß liegt bei jährlich 7,35 Tonnen pro Einwohner.

 

 

Viele Wege zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Gerade die unterschiedlichen Konzepte der drei vorgestellten Staaten zeigen, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit das Ergebnis von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren ist. Entsprechend vielfältig zeigen sich auch die Wege zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele.

 

Individuelle Besonderheiten berücksichtigen und die eigene Strategie konsequent durchsetzen – mit dieser Linie erreichen nicht nur Staaten ihre Ziele. Auch Du kannst durch eine clevere Finanzplanung Nachhaltigkeit fördern. Klimafonds, erfahrener Anbieter von sozialen und klimafreundlichen Geldanlagen, hilft Dir, Dein passendes Finanzkonzept zu finden.

 

 

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