Nachhaltige Staaten: Schweden – Dänemark – Norwegen

Zusammenfassung: Nachhaltiges Handeln und Wirtschaften ist die Basis, um die Lebensgrundlagen für kommende Generationen zu bewahren. Gleichzeitig hat sich der Begriff der Nachhaltigkeit zu einem Trendwort entwickelt, das sehr unterschiedlich interpretiert und mit Inhalt gefüllt wird. Die Vereinten Nationen haben verbindliche Ziele für eine nachhaltige Entwicklung aller Staaten verabschiedet. Dabei werden die ökonomischen, ökologischen und sozialen Standards der einzelnen Länder bewertet. Skandinavien hat in dieser Bewertung sehr gute Ergebnisse. Die Nordeuropäer können vor allem in den Bereichen Bildung, Soziales und Gleichberechtigung punkten. Nachholbedarf besteht – wie auch bei allen anderen Industrienationen – im Bereich des nachhaltigen und klimafreundlichen Konsums.

 

 

 

Klassische Nachhaltigkeit: Mehr als die Hälfte Schwedens ist bewaldet.

Nachhaltigkeit hat sich zum Trendbegriff schlechthin entwickelt. Ursprünglich entstammt der Begriff der Nachhaltigkeit aus der Holzwirtschaft. Grundlage des Gedankens ist es, auch beim Eingriff in die Natur eine Balance und Stabilität im System zu gewährleisten. In der Praxis sollten also immer nur soviel Bäume gefällt und verwertet werden wie auch wieder aufgeforstet werden können. Dieses Prinzip wird mittlerweile auf viele Bereiche der Wirtschaft, Gesellschaft und Ökologie übertragen – und gebrochen. So rückt der „Earth Overshot Day“ seit Jahren im Kalender immer weiter nach vorne. Der „Earth Overshot Day“ bezeichnet den Tag im Jahr, an dem der Verbrauch natürlicher Ressourcen durch die Menschheit die Kapazitätsgrenze der Erde zur Reproduktion dieser Ressourcen erreicht hat. Bei einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Mensch und Natur wäre der „Earth Overshot Day“ am Jahresende, de facto wurde der Tag im vergangenen Jahr bereits am 8. August erreicht. Nachhaltiges Handeln ist also das Gebot der Stunde, denn im Zeichen der weltweiten Klimakrise sowie der immer größer werdenden Schere zwischen arm und reich, sind die Rahmenbedingungen für zukünftige Generationen stark bedroht.

 

 

Nachhaltige Staaten

Wenn Du eine Waschmaschine, einen Kühlschrank oder ein sonstiges Elektrogerät kaufst, achtest Du sicher auch auf die Energieeffizienz des Gerätes. Denn ein teureres Gerät der Energieeffizienzklasse A+++ rechnet sich durchaus, während ein billiges Gerät der Klasse B schnell teuer werden kann. Als informierter Konsument weißt Du, dass Du in Deine Kalkulation verschiedene Faktoren einbringen musst. Wenn du also ein nachhaltiges Produkt wählen willst, darfst du die Rechnung nicht ohne den Stromverbrauch machen. Dass auch die Nachhaltigkeit von Staaten bewertet wird, ist dagegen nicht besonders bekannt. Doch genauso wie Waschmaschinen erhalten auch Staaten Ratings und Bewertungen.

 

In den Finanzmärkten haben sich Nachhaltigkeitsratings bereits etabliert, um Unternehmen nach ethischen und ökologischen Maßstäben zu bewerten. Basis für diese Bewertung ist die sogenannte ESG-Analyse („Environment Social Governance“), die Chancen und Risiken einzelner Marktteilnehmer ermittelt. Schwieriger ist die exakte Bewertung von Staaten. Hier spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Innerhalb von drei Gruppen werden 140 Indikatoren beurteilt. Bewertet wird zum einen die Zukunftsfähigkeit des Staates. Dabei werden wirtschaftliche, sozialstaatliche und ökologische Aspekte berücksichtigt. Eine weitere Rolle spielen der Demokratiegrad und die Rechtsstaatlichkeit des Landes. Außerdem berücksichtigt werden auch die Arbeit der Regierung, die demokratischen Kontrollmechanismen sowie die aktive Einbeziehung gesellschaftlicher Gruppen in den Willensbildungsprozess.

 

 

Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Die skandinavischen Länder erfüllen bereits viele Nachhaltigkeitskriterien.

Anlässlich des Weltgipfels für nachhaltige Entwicklung, haben die Vereinten Nationen 2015 insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele verabschiedet. Dabei geht es genauso um die Sicherstellung wirtschaftlicher und sozialer Grundlagen der Gesellschaften wie auch um die klimafreundliche und ökologische Entwicklung des Landes.

 

Die Staatengemeinschaft ist dabei aufgefordert, bis zum Jahr 2030 die Grundbedürfnisse zu sichern. Dazu zählen ausreichende Ernährung, Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu sanitären Einrichtungen sowie zivile Sicherheit. Darüber hinaus sollen die Staaten auch für Gleichberechtigung und Bildung sorgen und extreme soziale Ungleichheit verhindern. Ebenso zählen klimapolitische und ökologische Vorgaben zu den Entwicklungszielen. Die Länder sind gleichfalls aufgefordert, eine klimafreundliche und moderne Energieversorgung auf- beziehungsweise auszubauen und den Ausstoß von CO2 drastisch zu reduzieren.

 

Die Formulierung dieser Ziele macht klar, dass bislang kein Staat sämtliche Vorgaben erfüllt. Während in den sogenannten Entwicklungsländern der CO2-Ausstoß gering ausfällt, sind hier Fragen der Grundsicherung völlig ungeklärt. Dagegen haben die Industrienationen bereits viel in den Bereichen der wirtschaftlichen Stabilität, Bildung und Gleichberechtigung erreicht. Schlechte Ergebnisse erzielen diese Länder jedoch im Klima- und Umweltschutz.

 

 

Schweden: Ja zu Erneuerbaren Energien – nein zum Atomausstieg

Gut die Hälfte des Landes ist in Schweden bewaldet, hinzu kommen unzählige Seen. Schweden ist optisch ein ökologischer Masterplan. Entsprechend nimmt das Land die Spitzenposition unter den nachhaltigen Staaten ein.

 

Die schwedische Nachhaltigkeitsstrategie, die fest in das politische System verankert ist, zeigt unter anderem seinen Erfolg im – für europäische Maßstäbe – niedrigen CO2-Ausstoß. Dieser liegt mit 5,17 Tonnen pro Jahr und Einwohner erfreulich unterhalb dem europäischen Durchschnitts von 8,33 Tonnen CO2.

 

Das schwedische Erfolgsrezept ist dabei der konsequente Abschied von fossilen Energieträgern. Diese machen nur noch 9,5 Prozent der Energieversorgung aus, der europäische Durchschnitt liegt noch oberhalb der 50 Prozent-Marke. Dagegen baut Schweden Anlagen für Erneuerbare Energien weiter aus und versorgt sich bereits mit 22,7 Prozent aus regenerativen Energiequellen.

 

Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie tut sich Schweden allerdings schwer. Aktuell soll die Mehrheit der bestehenden zehn Reaktoren aus den 70er und 80er Jahren nach und nach durch neue Anlagen ersetzt werden, lediglich drei Anlagen sollen bis 2020 vom Netz gehen.

 

 

Dänemark: Vorreiter im Bereich Erneuerbarer Energien

Eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie ist in Dänemark ein fester Bestandteil der Politik.  Der durchschnittliche CO2-Ausstoß liegt auch in Dänemark unter dem europäischen Durchschnitt bei 7,24 Tonnen pro Person und Jahr.

 

Vorbildlich agiert Dänemark im Bereich der Energieversorgung. Bereits mehr als 43 Prozent stammt aus erneuerbaren Quellen, für den Rest wird noch Kohle und Gas genutzt. Gegen die Nutzung von Atomenergie hat sich Dänemark bereits in den 80er Jahren entschieden und Anfang des Jahrtausends das letzte Atomkraftwerk vom Netz genommen.

 

 

Norwegen: Wasserkraftwerke decken fast den gesamten Energiebedarf

Die Erdölförderung hat Norwegen einst reich gemacht. Doch für die nationale Energieversorgung wurde und wird das schwarze Gold nicht eingesetzt. Auch auf Kohle- und kommerzielle Atomkraftwerke hat Norwegen nie gebaut. Das Land bezieht mit rund 98 Prozent fast seine gesamte Energie aus Wasserkraftwerken. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß liegt in Norwegen mit 7,8 Tonnen leicht unter dem europäischen Durchschnitt.

 

 

Ist Nachhaltigkeit auch Dein Thema?

Die drei skandinavischen Staaten zeigen, dass nachhaltige Entwicklung viele unterschiedliche Gesichter hat. Ein wichtiger Baustein ist es jedoch generell Erneuerbare Energien zu nutzen und das klimaschädliche CO2 drastisch zu reduzieren.

 

Unterstützen kannst du diese Entwicklung durch nachhaltige Geldanlagen. Denn hier entfaltet Geld seine positive Wirkung und Du kannst sicher sein, dass Deine Investitionen nur in soziale, ökologische und klimafreundliche Projekte angelegt werden. Klimafonds, erfahrener Berater für nachhaltige Geldanlagen, hilft Dir, Deine optimale und nachhaltige Anlagestrategie zu entwickeln.

 

 

 

 

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